Punkt. Das Grauen lauert nämlich zwischen den Zeilen!
Vier Novellen des hierzulande unbekannten amerikanischen Meisters des Schreckens.
Die Großstadt-Horrorerzählung "Kinder des Königreichs" handelt von gesichtslosen, albinotischen Kreaturen, die in der Kanalisation hausen. "Petey" dreht sich um die Wirkungsweise eines medizinischen Präparats, das in einem alten Haus gefunden wird, dessen wahnsinniger Vorbesitzer sich als Frankenstein versucht hat.
Besonders hervorzuheben ist die Erzählung "Der schwarze Mann mit dem Horn", in der ein Freund Lovecrafts dem Cthulhu-Mythos auf den Grund zu gehen versucht.
Meine persönliche Lieblingsgeschichte ist jedoch "Nadelmanns Gott", in der die kreatürliche Erfindung eines Dichters den Weg in unsere Welt findet, ein bizarres, unheimliches Eigenleben entwickelt und das Gefühl der Paranoia greifbar werden lässt.
Alles schon mal da gewesen? Egal. Klein schafft es, diesen Geschichten neuen Schrecken zu entlocken, egal, welche Leseerfahrung man aufweist. Oder wie Stephen King über das Buch urteilt: "Ein schönes, aufwühlendes und atemberaubendes Buch." Übrigens hat King diesen Spruch schon über das Buch gefällt, als er noch richtig klasse war.
Das Grauen bei Klein kommt leise, zarte Andeutungen steigern sich zu einem überbordendem Grauen. Klein ist subtil. Modern. Ohne Kitsch.
Noch heute schließe ich die Haustür doppelt ab, wenn ich die Storys lese.
Man weiß nie, was draußen lauert und auf Einlass wartet!