Udo Ulfkotte, Redakteur der FAZ, gibt in seinem Buch Verschlusssache BND" (1998) Einblick in die geheimen Aktionen des Bundesnachrichtendienstes und anderer Geheimdienste der Welt, schildert die Erfolge und vor allem die zahlreichen Pannen in der nationalen und internationalen Spionage. Auf über 400 Seiten erfährt der Leser etwas über die Geschichte der Spionage, die Entstehung des BND in den 50ern, dessen Abteilungen, Einsätze und sein Geheimwissen, den internationalen Waffenhandel, das organisierte Verbrechen und die Industriespionage.
Die einzelnen Kapitel sind mit einladenden Überschriften (Beethoven - ein Agentenführer?", Die Teheranische Brotfabrik'") versehen und bieten auch dem fachunkundigen Rezipienten ein interessantes Lesevergnügen. Der Stil ist leicht verständlich, bisweilen sogar humorvoll, immer ein wenig satirisch, wie überhaupt sämtliche Geschichten schon beim Lesen nur mit einem staunenden Kopfschütteln quittiert und eigentlich nicht führ wahr gehalten werden können. Wer hätte denn gedacht, dass etwa die CIA sowohl den zairischen Diktator Mobutu (1965), als auch den zairischen Rebellenführer Kabila (1997) unterstützt hat, nur um an die wertvollen Rohstoffe des Landes zu kommen? Oder das Saddam Hussein eine 230-Millionen-Yacht einer amerikanischen Werft über CIA-Mittelsmänner bekommt? Die CIA dementiert natürlich. Oder das tatsächlich nur weinige Geheimdienste ihre Agenten mit der berühmten Lizenz zum Töten" ausstatten?
Neben den überaus interessanten Hintergrundinformationen zur Geheimdienstwelt gibt Ulfkotte dem Freak noch einige Internet-Links mit auf den Weg. Die CIA unterhält eine eigene Homepage und der angeblich beste Geheimdienst der Welt, Israels Mossad, ist über zwei Links zu erreichen. Außerdem gibt es Infos zum MI5 und MI6 der Briten, dem KGB, zur Rüstungsindustrie und Spionagefotos oder auch zu James Bond. Nur der öffentlichkeitsscheue BND ist noch immer nicht im Netz vertreten. (Nachtrag 10/2006: www.bnd.de)
Viel Spass beim Lesen. Aber Vorsicht, dieses Buch wurde nicht vom BND autorisiert!", schreibt Ulfkotte, der vom BND mehrfach unter Druck gesetzt wurde, das endgültige Manuskript zur Durchsicht vorzulegen...