Jenny Siler hat versucht, in "Verschärftes Verhör" (Fischer 18311 - "The Price of Bagram Prison", 2008) einen Thriller zu schreiben. Jamal wird in Marokko als Sohn einer Gefangenen, einer Aufständischen aus wohlhabendem Haus geboren. Er kommt in ein Waisenhaus, setzt sich von dort als Jugendlicher ab, gerät nach einer lebensgefährlichen Überfahrt nach Spanien über Zwischenstationen nach Afghanistan. Dort werden er und seine zwei erwachsenen Begleiter gefangen genommen und in Bagram verhört. Einer seiner Begleiter stirbt nach Folterung. Der zweite seiner Begleiter verschwindet darauf. Er selbst wird von einer zur US-Armee gehörenden Dolmetscherin, Kat Caldwell, verhört und mit Nachhilfe der CIA von ihr dazu gebracht, in Spanien als Spitzel in Araberkreisen für die CIA zu arbeiten. Als er seinem Kontaktmann mitteilt, daß er den aus Bagram geflohenen Ex-Begleiter in Madrid gesehen hat, entwickelt sich die Geschichte noch über viele, viele Seiten undurchsichtig weiter bis es zum Showdown in Marokko kommt, dessen Ursachen noch dazu wenig plausibel sind. Insgesamt betrachtet, hat Jenny Siler sicher keinen Thriller geschrieben, sondern eine noch dazu zeitlich durcheinander vorgebrachte Aneinanderreihung von Geschehnissen, die durch einen Plot nur unzureichend zusammenhängen.