Kurzbeschreibung
Nur wenige Politiker sind im öffentlichen Bewusstsein der Bundesrepublik so fest verhaftet wie Johannes Rau. Länger als ein halbes Jahrhundert stand er im politischen Rampenlicht - davon acht Jahre als Minister (1970-1978), fast zwanzig Jahre als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (1978-1998) und noch einmal fünf Jahre als Bundespräsident (1999-2004). Stärker noch als die lange Amtsdauer und die politischen Akzente in Bereichen wie der Bildungs-, Umwelt-, Integrations- oder Strukturpolitik haben seine Persönlichkeit und sein politischer Stil das Bild von Johannes Rau in der Öffentlichkeit geprägt. Das wurde schlaglichtartig im Bundestagswahlkampf 1987 deutlich, den Johannes Rau unter das Motto "Versöhnen statt spalten" stellte.Dieses Buch behandelt die wichtigsten Stationen des politischen Lebens von Johannes Rau. Es entstand aus einer wissenschaftlichen Tagung am Institut für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum im Februar 2007. Ziel der Tagung war es, eine Debatte von Zeitgenossen und Zeithistorikern, Politik- und Sozialwissenschaftlern über die Rolle der Persönlichkeit von Johannes Rau und seine Lebensleistung zu eröffnen.
So werden in diesem Band die parteipolitischen, parlamentarischen und regierungsamtlichen Funktionen und Maßnahmen ausführlich gewürdigt, die Johannes Rau innerhalb der Sozialdemokratie, der nordrhein-westfälischen Landesregierung und als Bundespräsident wahrgenommen und verantwortet hat. Darüber hinaus beleuchten Wissenschaftler und Weggefährten die Persönlichkeit und den Menschen Johannes Rau. Der Band bietet damit eine erste geschichts- und politikwissenschaftliche Auseinandersetzung mit der politischen Biographie von Johannes Rau.
Über den Autor
Jürgen Mittag, geb. 1970, Dr. phil., wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für soziale Bewegungen und Geschäftsführer der Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets.Klaus Tenfelde (1944 - 2011) war Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Innsbruck und Bielefeld. Von 1995 bis 2011 hatte er den Lehrstuhl für Sozialgeschichte und Soziale Bewegungen an der Ruhr-Universität Bochum inne. Dort war er zugleich Direktor des Instituts für Soziale Bewegungen und Initiator der Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets und des Hauses der Geschichte des Ruhrgebiets.