Wenn man bereits die früheren Bände von Dick Francis kennt, ist das Erscheinen eines neuen Buches immer so etwas wie ein guter alter Bekannter. Man weiß, daß der Plot gut konstruiert ist, der Held ein sympathischer Ich-Erzähler, altersmäßig etwa Anfang dreißig, der nach körperlichen Leiden das jeweilige Problem löst, daß immer eine Beziehung zum Pferdesport aufweist. Selbstverständlich gilt dies auch für „Verrechnet". Held des Buches ist der knapp dreißigjährige Alexander Kinloch, der als Maler im schottischen Hochland lebt. Er wird in die Probleme seines Stiefvaters verwickelt, dessen Brauerei durch Unterschlagungen gefährdet ist. Aufgrund seines hippiemäßigen Aussehens wird er zwar von Gläubigern, Rechtsanwälten, Bankmanagern, Insolvenzfachleuten und seiner Stiefschwester unterschätzt, ist aber dennoch in der Lage, sowohl die Probleme seines Stiefvaters als auch seines Onkels zu lösen. Insgesamt unterscheidet sich dieser Band von Francis also nicht gravierend von seinen Vorgängern und bietet keine Überraschungen. Dies gilt sowohl in positiver als auch in negativer Richtung. Figuren, Plot und Milieu erscheinen vertraut - und das ist keinesfalls ein Manko. Denn auch für diesen Krimi gilt, was seine Vorgänger auszeichnet: Er bietet spannendes Lesevergnügen und verbringt einige Stunden in Gesellschaft eines sympathischen Menschen, dessen Probleme größer sind als die eigenen, und der diese einigermaßen souverän löst. Auch dieses Buch macht Spaß und hat letztlich nur ein Manko: Es ist viel zu schnell zu Ende. Schade, daß Dick Francis nur ein Buch pro Jahr schreibt! Man könnte mehr vertragen.