Betty ist tot! Aber das Leben geht weiter! Egal, ob das Zorg schmeckt oder nicht. Und so steuerlos und wirr wie Zorgs Leben davondriftet, so lässt Djian seinen Roman an der Langen Leine laufen. Vergeblich sucht man den roten Faden; es gibt ihn nicht. Verraten und verkauft ist die Beschreibung von Zorgs Leben nach Bettys Tod. Nicht mehr und nicht weniger. Dabei ist es vor allem Djians Schreibe, sein hingeworfener Stil, seine Flapsigkeit und Aggression, die ihn so unverwechselbar macht.
Wer Djians Bücher mag, der weiß meist nicht warum. Es liegt ein Zauber in den Sätzen, der sich nur schwer beschreiben lässt. Dabei sind es vor allem die ersten Romane, Betty Blue, Erogene Zone, Rückgrat und Verraten und verkauft, die Djian so trefflich gelungen sind. Da kleben die Augen am Text und wollen nicht von ihm lassen. Djian klatscht diese Typen, wie Zorg einer ist, aufs Papier, dass es eine wahre Freude ist, da mitzuleben. In späteren Werken hat Djian diesen Schwung verloren, sich verändert, andere Sichtweisen publiziert. Aber hier, in Verraten und verkauft, da ist er diese literarische Urgewalt, die sich wie ein Bulldozer den Weg in das Denken des Lesers bahnt. Das zuletzt veröffentlichte 100 zu 1 hat diesen Zauber noch einmal aufleben lassen. Aber die Klassiker der ersten Stunde sind Djian nie wieder gelungen.
Unter diesem Aspekt sollten sie Verraten und verkauft genießen. Ein Buch, das eigentlich niemanden unberührt lässt. Man liebt es, oder lehnt es ab. Finden sie heraus, welcher Typ sie sind.