Stephen King schrieb, dass wenn er ein Buch liest und merkst, dass das Buch nur Zeitverschwendung ist, dann liegt er es weg. (So oder so ähnlich). Ich hatte immer wieder den Drang "Verraten" wegzulegen. Habe es leider dann doch zu Ende gelesen.
Was störte mich nun im Einzelnen:
- Die Sprache! Es gibt Bücher, die sind wie Fastfood. Man genießt sie beim Lesen, es geht leicht und kaum ist man fertig, schon hat man es wieder vergessen und man hat bald wieder "Hunger". Verraten ist da mehr wie ein Fertiggericht aus der Mikrowelle. Es schmeckte mir nicht und dennoch habe ich es reingestopft. Na ja, vielleicht war es ja in der Originalsprache besser. Das weiß ich nicht. Zudem mochte ich das ganze Produktplacement nicht. Warum schreibt man, dass sie sich bei "hotmail" einloggte, reicht es unbestimmt dem Leser zu überlassen? Das nur einer der Beispiele.
- Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Ägypter in dem Buch als Primitivlinge hingestellt werden, die beim Anblick einer Frau sie gleich vergewaltigen wollen. Die Russen sind hingegen alle zusammen bei Mafia. Ist doch klar. Später heißt es auch nicht, dass X zur Organisation gehört, sondern "Plötzlich dämmerte es ihm. (...) X war Russe." Ach so ja... Dann ist alles klar.
- Das Buch ist sehr unglaubwürdig. Das fängt damit an, dass zwei Typen denen man es sofort anmerkte dass es Profis waren (wird mehrfach betont), den "Helden" nicht durchsuchen... Als ich an der Stelle war, an der der "Held" in einer scheinbar unlösbarer Situation stecken bleibt, dachte ich nur "bitte nicht die Auflösung, an die ich jetzt denke" und Zack, genauso wurde es aufgelöst... Das fühlte sich wie Betrug an. Diese Unglaubwürdigkeiten enden mit dem Plot. Was scheinbar als Überraschung für den Leser gedacht war, wirkte immer zu konstruiert. Jeder ist irgendwie so oder so auf eine Weise in die Geschichte involviert.
- Die Aussage. Irgendwie scheint es so, als wäre es okay, wenn jemand die Russen=Mafia nach und nach abknallt und deren Geld klaut, weil es ja eh Schurken sind und der Stadt dagegen nichts machen kann oder will. Diese Selbstjustiz aus Leidenschaft halte ich für problematisch, aber vielleicht bin ich bisschen naiv.
Ich habe in dieser Rezension dennoch versucht nicht zu viel von der Handlung von Verraten zu verraten. Jede und Jeder soll sich die eigene Meinung bilden, empfehlenswert ist das Buch in meinen Augen aber nicht.