"Betrayed" des griechischen Regisseurs Costa-Gavras aus dem Jahr 1988 ist ein packendes und spannendes Rassismusdrama. Der Film beschreibt ein ländliches konservativ-religiöses Milieu im Mittleren Westen der USA. Auf den ersten Blick eine heile Welt, aber auf den zweiten Blick tun sich gewaltige Abgründe auf: Rassismus, Intoleranz, Hass, Fanatismus, Zynismus. Selbst die süssen Kinder erweisen sich als kleine Monster. Der Film thematisiert Entwicklungen in der amerikanischen Gesellschaft, die später in Waco und Oklahoma City zur blutigen Realität wurden. Allen, denen "Bowling for Columbine" von Michael Moore gefallen hat, ist "Betrayed" sehr empfohlen.
Costa-Gavras inszeniert in "Betrayed" grandioses Spannungskino mit einem intelligenten politischen Hintegrund, ähnlich wie in seinen früheren Filmen "Z" oder "Missing". Zudem ist "Betrayed" bestes Schauspielerkino. Debra Winger brilliert in ihrer Rolle als FBI-Agentin, die in einem Loyalitätskonflikt zwischen Liebe und Job steht, immer am Rande des körperlichen Zusammenbruchs. Tom Berenger pendelt in seiner Rolle äusserst überzeugend zwischen dem liebevollen Familienvater und dem gefühlskalten, rassistischen Fanatiker.