Der Gang zum Zunfthaus endet für Adelina diesmal mit einem besonders erschreckenden Erlebnis. Gemeinsam mit ihrer Magd findet sie eine besonders grausam zugerichtete Leiche. Fast wollten die Ratsherren den Vorfall als Eifersuchtstat abschließen, als eine weitere genau so zugerichtete Leiche gefunden wird. Als außerdem eine Geldkassette vorsätzlich in Adelinas Apotheke versteckt wurde, beginnt sie mit ihren eigenen Ermittlungen.
Der dritte Teil der Krimiserie um Adelina Merten behandelt wieder einige Todesfälle im historischen Köln. 1397 geht es dabei wieder um Intrigen, Verrat und Verschwörung im Stadtrat. Petra Schier hat auch hier wieder eine fiktive Geschichte mit historisch belegten Ereignissen gemischt. Dabei zeigt sie nicht nur das Leben und den Alltag einer damaligen Familie auf, sondern bezieht auch die Stellung der Patrizier mit ein. Die Protagonisten sind sympathisch beschrieben und die Geschichte zieht den Leser nicht nur durch den flüssigen Schreibstil in den Bann. Bei der Klärung des Falls wird viel Raum zum Spekulieren gegeben, sodass sich die Spannung bis fast zum Ende halten lässt.
Ich halte diesen Band für den spannendsten der bisher dreibändigen Reihe. Wer die Bücher in der vorgegebenen Reihenfolge gelesen hat, hat nun ein umfassendes Bild von der kleinen Familie, sodass man schon nach den ersten Seiten wieder mitten im Geschehen ist. Die Entwicklung der Personen ist von Buch zu Buch vorangeschritten und langsam kamen auch mehr Charaktere in das Umfeld von Adelina hinzu. Von der fast schon eigenbrötlerischen Tochter, die niemanden außer Vater und Bruder um sich brauchte, ist eine nette, junge Frau geworden, die ihren Haushalt und Alltag mit all den Problemen fest im Griff hat. Der Fall endet mit einigen offenen Fragen, sodass ich auf mindestens eine Fortsetzung hoffe.