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Der Verrat: Deutschland 1918/1919
 
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Der Verrat: Deutschland 1918/1919 [Gebundene Ausgabe]

Sebastian Haffner
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Autorenportrait

Sebastian Haffner, geb. 1907 in Berlin, emigrierte 1938 nach England, wo er mit 'Germany: Jekyll & Hyde' eine scharfsinnige Analyse zum zeitgenössischen Deutschland schrieb. 1954 kehrte er nach Deutschland zurück. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die 'Anmerkungen zu Hitler', 'Von Bismarck zu Hitler', 'Der Verrat-Deutschland 1918/1919'. Sebastian Haffner starb sechs Tage nach seinem 91. Geburtstag 1999.

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53 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der Verrat der SPD und Eberts an der Revolution, 19. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Verrat: Deutschland 1918/1919 (Gebundene Ausgabe)
Sebastian Haffner beschreibt in diesem Buch die Ereignisse ab dem Spätsommer 1918 bis etwa ein Jahr später.
Die äußeren Geschehnisse und Veränderungen in diesem knappen Jahr sind dramatisch: der Krieg geht verloren, der Kaiser dankt ab, Deutschland wird Republik, ein Sozialdemokrat wird Reichskanzler und Präsident, die Arbeiter revoltieren, es findet ein blutiger Bürgerkrieg statt.
Dieses dramatische Geschehen wird von Haffner allerdings nicht nur in seinem chronologischen Ablauf dargestellt, sondern vor allem die Rolle der SPD und besonders Eberts in Bezug auf die Revolution wird bewertet.
Hier kommt Haffner zu einem vernichtenden Urteil, was auch den Titel erklärt: Der "Verrat" der SPD an der Arbeiterschaft, an der Revolution und mithin ihr Bündnis mit den alten reaktionären Kräften und Mächten. Hier sieht Haffner auch die Wurzeln für das Scheitern der Weimarer Republik.
Über die Radikalität der Verurteilung Eberts und der SPD lässt sich streiten - nicht aber darüber, dass Haffner ein ausgesprochen fesselnd und spannend zu lesendes Buch über die Ereignisse der Revolution 1918/1919 verfasst hat - sehr lesenswert.
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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die deutsche Revolution - ein vergessenes Stück Geschichte, 16. April 2001
Rezension bezieht sich auf: Der Verrat: Deutschland 1918/1919 (Gebundene Ausgabe)
Haffner beschreibt in diesem Buch sehr anschaulich die deutsche Revolution von 1918/1919, die von vielen übersehen wird, oder die meisten gar nicht kennen. Sie ist laut Haffner das wichtigste Ereignis zwischen dem Ende des ersten Weltkrieges und der Machtübernahme Hitlers, denn in dieser Zeit werden ganz klar die Richtlinien der bestehenden Parteien gesetzt, so zum Beispiel der ewige Konflikt zwischen KPD und SPD, die nicht einmal 1933 bereit waren sich gegen die NSDAP zu verbrüdern. Beginnend mit der Meuterei der deutschen Matrosen breitet sich die Revolution wie ein Lauffeuer in Deutschland aus, führt zum Sturz des Kaisers, zur Ausrufung der Räterepublik und gleichzeitig der Demokratie und zum Verrat der Mehrheits-SPD an ihrem eigenen Anhängern. Haffner stellt hier anschaulich Fakten dar und ihre unmittelbaren Folgen bis hin zu Hitler selbst. Etwas schwer zu lesen, aber ist man ersteinmal drin, kann man nicht mehr aufhören. Man muss dieses Buch gelesen haben, um den Zusammenbruch der Weimarer Republik besser verstehen zu können.
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Anfänge der Weimarer Republik, 18. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Verrat: Deutschland 1918/1919 (Gebundene Ausgabe)
Sebastian Haffner versteht es, komplexe Zusammenhänge anschaulich darzustellen. Mit präzisen Beschreibungen gelingt es ihm, die Persönlichkeiten der handelnden Personen zu skizzieren, ihre jeweilige Situation zu durchleuchten und ihre Möglichkeiten darzulegen. Der Spielraum für jeweils wichtige Entscheidungen wird dadurch klarer, Fehleinschätzungen und -entscheidungen deutlicher.

Im Zentrum des Buches steht Friedrich Ebert. Haffner zeigt deutlich, wo die Persönlichkeit Eberts während der zeitweise chaotischen Geschehnisse vor und nach der Kapitulation 1918 an ihre Grenzen stösst. So lässt ihn seine übersteigerte Ordnungsliebe seine Partei und die Bewegung, die ihn nach oben gespült hat, verraten. Er lässt die Freikorps "Ordnung" schaffen und beteiligt die Kräfte, die für die Niederlage 1918 verantworlich waren und die der jungen Republik (tod-)feindlich gegenüberstehen, an der Macht. Das ist in wenigen Worten das Verhängnis der Weimarer Republik: Dass sie sich von ihren Anfängen an auf die Säulen des Kaiserreichs gestützt hat.

Natürlich sind die Zusammenhänge und Abläufe nicht so einfach wie hier in wenigen Worten dargestellt. Die brillante Analyse Haffners geht hier in de Details und zeigt auf, dass die Geschichte, so wie wir sie kennen, keine Notwendigkeit war; dass es durchaus Alternativen gegeben hätte. Dass es durchaus Leute gegeben hat, die einen kompletten Neuanfang gewagt hätten. Dass aber in den entscheidenden Momenten die falschen Leute am falschen Platz waren. Dass Frierich Ebert bei allen seinen Verdiensten um die deutsche Sozialdemokratie und die erste deutsche Republik doch schon den Grundstein für das Scheitern eben dieser Republik gelegt hat.

Die Darstellung und Schlussfolgerungen Haffners werden sicher nicht die ungeteilte Zustimmung aller Leser finden. Dennoch denke ich, dass seine Argumente bedenkenswert sind.

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