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Verrückt nach Kafka. Erinnerungen an Greenwich Village.
  
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Verrückt nach Kafka. Erinnerungen an Greenwich Village. [Broschiert]

Anatole Broyard , Carrie Asman , Ulrich Enzensberger
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 192 Seiten
  • Verlag: Bt Bloomsbury Taschenbuch Verlag (1. Januar 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3833301872
  • ISBN-13: 978-3833301872
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,8 x 0,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.828.744 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 27.03.2001
Katharina Born hat das Glück, für die Besprechung der Autobiografie von Anatole Broyard auch die Erzählungen seiner Tochter Bliss hinzuziehen zu können, die im Deutschen zur gleichen Zeit und im gleichen Verlag erscheinen.
Anatole Broyard: "Verrückt nach Kafka"
Der Titel zeigt es schon an: Broyard war ein Büchernarr, der am liebsten in Greenwich Village eine Buchhandlung betrieben hätte, diese stattdessen aber bald wieder zugemacht hat und Literaturkritiker der "New York Times" wurde. Von Eitelkeit und Selbststilisierung nicht frei, merkt Born über seine unvollendeten "Erinnerungen an Greenwich Village" an, in denen er den Nachkriegsjahren mit ihrer "übersteigerten Intellektualität" und der "ersten sexuellen Befreiung" ein Denkmal gesetzt hat. Der Autor starb 1990, informiert uns Born und meint, er hätte zur Gender-Debatte einiges zu sagen, ohne dieses Diktum näher zu erläutern. Seine Porträts der Größen jener Zeit seien recht bösartig geraten, erzählt sie weiter, Broyard habe eine besondere intellektuelle Lässigkeit propagiert, die er im Tanz symbolisiert sah: wer sich dem Rhythmus allzu sklavisch unterordnete, der war zur Abstraktion wohl kaum in der Lage.
Bliss Broyard: "Mein Vater, tanzend"
Das Motiv des Tanzes taucht bei der Tochter wieder auf, die, im übrigen wie ihr Vater, meint die Rezensentin, stetig um Anerkennung ringt: die ihres Vaters, ebenso in der Schule und in Beziehungen. Acht Erzählungen hat sie geschrieben, in denen sie laut Born dem Verhältnis von Töchtern zu ihren berühmten Vätern nachspürt. Welche das außer ihr noch sind, erfahren die Leser leider nicht. Bliss Broyard jedenfalls, meint Born, hat Tanzen gelernt und ihren berühmten Vater stehen lassen, der als Literatur anderes als "Miniaturen des Gewöhnlichen" geschätzt hätte, wie sie die Tochter nun schreibt. Aber das sei schließlich auch eine andere Zeit gewesen, in der "selbst ein schwerfälliger Typ wie Hemingway tanzen konnte", schließt Born und zitiert noch einmal den Vater.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Alfred Kazin

"Eine komische, liebenswerte, nachdenkliche und dichte Erinnerung an Lieben und Leben in Greenwich Village nach dem Krieg, als Bücher noch so heilig waren wie Sex und das Village noch das Village war. Das ist Anatole, wie er leibt und lebt." Alfred Kazin -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
start spreading the news.... 3. November 2001
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Der Verfasser dieser autobiographischen Geschichte war ein in den U.S.A sehr bekannter Literaturkritiker der N.Y.Times, der über sein Leben in Greenwich Village der 40er Jahre erzählt.
Als "Kriegsveteran" aus Japan zurückgekehrt verwendet er seine Ersparnisse dazu, einen Buchladen zu eröffnen,verläßt Brooklyn und seine Eltern, um in einer Beziehung mit einer extravagantem Malerin zu leben. Darum drehen sich auch die meisten der weniger als 200 Seiten dieses Buches.
Schade, dass der Autor nicht mehr preisgibt. Er kannte Anais Nin, begleitete Delmore Schwarz auf unzähligen Wegen, war auf Parties mit Dylan Thomas und schreibt fast ausschliesslich über die Beziehung zu einer Frau, die sein gesamtes damaliges Leben auszufüllen schien (das einzige, das mich an diesem lesenswertem Buch störte war, dass der Name seiner Freundin so oft vorkam,dass ich ihn ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr sehen konnte).
Er war beim Schreiben sichtlich bemüht, sich in aller Bescheidenheit hinter die namhaften Persönlichkeiten jener Zeit zu stellen, schrieb aus der Sicht eines alten Mannes, der seine Jugend in knappen, starken Bildern wie in einem Film für sich und andere noch einmal vorüberziehen lassen möchte, kein Wort ist zuviel.
Er berichtet über Eindrücke von Vorlesungen an der Uni, seine ersten Erfahrungen mit der Psychoanalyse und das auf eine Art, die gut nachvollziehbar ist und es zu einem Vergnügen macht, ihm zu folgen.
Er beherrschte die Kunst der plastischen Darstellung von Charakteren und gibt der Phantasie und den Gefühlen des Lesers genügend Spielraum, sich in seine Geschichte einfühlen zu können.
Es gibt seitenstarke Bücher, aus denen man oft getrost die Hälfte streichen könnte, die dadurch vielleicht interessanter und lesbarer wären, hier ist vielleicht das Gegenteil der Fall. Man bedauert, dass es nie eine Fortsetzung oder ausführlichere literarische Darstellung dieses Lebens aus seiner Perspektive geben wird.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
„Mir ist klar, dass Menschen heute immer noch Bücher lesen, und dass es auch noch Büchernarren gibt, aber was wir 1946 im Village für Bücher empfanden, ging über Liebe hinaus. Es war, als hätten wir nicht gewusst, wo Bücher anfangen, und wo sie enden. Bücher waren unser Wetter, unsere Umwelt, unsere Kleidung. Wir lasen sie nicht nur, wir wurden zu Büchern. Wir nahmen sie in uns auf und formten aus ihnen unsere Geschichten. Es wäre einfacher zu sagen, wir hätten uns in die Welt der Bücher geflüchtet, aber in Wahrheit hatten die Bücher von uns Besitz ergriffen. Bücher waren für, was die Drogen in den Sechziger für junge Männer waren.“ Das ist nur eine der zahlreichen Stellen, in denen Anatol Broyard den Geist von Greenwich Village beschreibt, jenem Ort, in dem die Bibliophilen verrückt waren nach Kafka, Freund, Marx oder wie die neuen Götter auch immer heißen mochten. Auf der Bühne des New Yorker Village traf der Lebenshunger einer jungen Generation, die heil aus dem größten aller Kriege heimgekehrt war auf die missionarische Attitüde einer europäischen Bildungselite, die vor den Nationalsozialisten nach New York geflüchtet war und die sich nun anschickte, ihren juvenilen Novizen in den Hörsälen die Welt zu erklären. Am besten waren Meyer Schapiro, Erich Fromm, Max Wertheimer, Otto Rank „und all den anderen deutschen Professoren“ merkwürdigerweise aber darin, zu erklären was an der Welt nicht richtig war. „Was ist falsch an der Regierung, der Familie, der Persönlichkeitsstrukturen und an den zwischenmenschlichen Beziehungen – was ist falsch an unseren Träumen, an unserer Liebe, an unserer Arbeit, an unseren Wahrnehmungen n, an der conditione humaine überhaupt?“ So wurde für diese junge und bildungshungrige Generation, die ihre Professoren wie Gurus verehrten, das Inventar der eigenen Tradition ohne großes Federlesen auf dem Müll der Geschichte entsorgt und durch ein Gefühl grenzenloser Freiheit ersetzt, in der Literatur, Kunst und die erotischen Affären dominierten. Am Beispiel seiner eigenen Bildungsgeschichte, aber mit der Distanz von vierzig Jahren beschwört der reife Broyard die faszinierende Szenerie einer kulturellen Morgenröte, in der plötzlich alles möglich schien, einer sozialen Welt, in der „sich für Politik interessieren gleichbedeutend damit war, Kommunist zu sein“, einer Zeit, in der eine avantgardistische Persönlichkeit nur in einem schäbigen Appartement leben konnte, denn „Schäbigkeit erschien a priori wie eine Form von Charakter“. Und es war die Zeit, in der der Sex entdeckt wurde, ein Ritus „wie eine Kombination von Halloween und Weihnachten“, eine „Art verzweifelter Demokratie“ und einer Kraft, die ausgereicht hätte, „hundert Raketen auf den Mond zu schicken“. Die Darstellung dieser Welt aus Literatur und Liebe, Jazz und Politik, Tanzen und Reden ist ein literarisches Glanzstück, nicht nur, weil das ganze Roman von der ersten bis zur letzten Seite brillant und witzig geschrieben ist, sondern auch, weil die zauberhaften kleinen Miniaturen, aus denen das Buch besteht, in ihren Pointen die Kritik an dieser Moderne gleich mitliefern. Denn je weiter die Erzählung voranschreitet, desto deutlicher stellt sich heraus, dass die die intellektuellen Theorien der „deutschen Professoren“ vielleicht für die Jugend, aber nicht für das ganze Leben reichen. Mit Schrecken entdeckt der junge Broyard, dass plötzlich Unbeholfenheit, Begehren und Verlegenheit, all die heiligen Gefühle, die die Liebe umgeben wie eine magische Aura, zurückgetreten waren hinter die obszöne Einsicht, „dass alle Mädchen unter ihren Röcken Mösen haben.“ Was man aber vergaß, war dass die Mädchen „unter ihren Röcken auch Seelen haben. Wenn sie entkleidet waren, konnte ich unter ihren Röcken nicht nur ihre Mösen sondern auch ihre Seelen sehen. Sie trugen sie wie Negligés, die sie nie auszogen. Und wie man Liebe mit einer Seele macht, weiß unter einer Million Männer, höchstens einer.“
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