Die von ihrem Ehemann misshandelte Lucille (Melanie Griffith) zieht die Reißleine und enthauptet den verhassten Gatten. Da sie ihn zum Zeugen ihrer Emanzipationstour machen möchte, die sie ins Herz der Traumfabrik führt, wo sie von einer Schauspielkarriere träumt, nimmt sie seinen Kopf in einer Hutschachtel mit auf die Reise nach Kalifornien. Ihr Neffe, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, mausert sich unterdessen in Lucilles Heimat, einem kleinen Provinznest in Alabama, zur Zentralfigur einer Bürgerbewegung zur Gleichberechtigung Schwarzer. Er wurde nämlich zum Zeugen eines polizeilichen Übergriffs, durch die ein schwarzer Jugendlicher ums Leben kam. Der schuldige Sheriff ist zugleich derjenige, der verbissen hinter der mutmaßlichen Gattenmörderin her ist. Während Lucille nach einer Glückssträhne in Las Vegas ihrem Ziel kontinuierlich näher kommt, spitzt sich in ihrer Heimatstadt der Konflikt zwischen Schwarz und Weiß zu.
Die Parallelschaltung zweier Handlungsstränge, die sich zwei völlig verschiedenen Genres zuordnen lassen - hier die skurrile schwarze Komödie mit einer schrillen Hauptfigur, dort das ernste Rassismus-Drama im Stil von
Die Jury - schreit förmlich nach Scheitern in großem Stil, doch die Inszenierung von Antonio Banderas meistert den Balanceakt mit Bravour. Das Ergebnis ist eine ungewöhnlich eigenständige Geschichte mit einer unter der Regie ihres Ehemannes wie entfesselt aufspielenden Melanie Griffith, die man wohl selten besser gesehen hat.
Für Freunde von
Mississippi Burning und
Love Field - Liebe ohne Grenzen.