Vorab: Ich sehe es wie viele andere Rezensenten hier. Die dritte Staffel bleibt hinter der schon etwas schwächeren zweiten Staffel zurück. Dennoch bringe ich es nicht fertig, ihr weniger Sterne zu geben als der zweiten, da die Fälle der dritten Staffel immer noch sehr gut und um Längen besser sind als die anderer populärer Krimiserien. Es ist eben Veronica Mars und nur an deren Maßstäben gemessen, ist die dritte die schwächste Staffel, was für mich als Zuschauer aber immer noch Stunden spannender, witziger und intelligenter Unterhaltung bedeutet hat.
Kurz zum Inhalt: Veronica ist nun am Hearst College, wo sie mit vielen alte Bekannten ihre Studienzeit beginnt, aber bald in ihr altes Muster Verbrechen aufklären zu müssen zurückfällt, oder aber wie ihr Vater nach dem ersten Tag am College fragt: "Hast du schon neue Freunde", "Nein.", "Neue Feinde?", "Ooops!" :-)
Die Serie hat sich in der dritten Staffel verändert. Es gibt keinen staffelumspannenden Hauptfall mehr, der in der letzten Episode der Season endgültig gelöst wird, vielmehr existieren neben der Einzelfällen der Folgen zwei folgenübergreifende Handlungsbögen und am Ende der Staffel fünf Folgen ohne übergreifende Thematik. Dies soll wohl den in den USA schlechten Quoten geschuldet sein, da die Produzenten hofften, so auch weniger ausdauernde Zuschauer an Veronica Mars binden zu können. Ich fand aber gerade die Idee eines staffelübergreifenden Falls sehr reizvoll, besonders weil man nach langem Mitraten wie diese Fälle ausgehen würden, eben doch fast eine ganze Season daneben lag. Die neuen zwei kleineren Fälle sind auch wieder wirklich gut, kommen von ihrer Auflösung her aber nicht an die Hauptfragen der zwei ersten Staffeln ran. Auffallend schlechter waren hingegen die letzten fünf Folgen, in denen kein übergreifender Handlungsbogen mehr verfolgt wurde. Mir waren sie thematisch zu plakativ und aufgesetzt besorgt, was auch an ihren Themen wie Araber in den USA oder Kindersoldat sein gelegen haben mag.
Etwas mehr in den Vordergrund rückt das Beziehungsleben der Hauptbeteiligten Veronica, Logan, Mac, Wallace und ihrer neuen Freunde. Dies hat auf mich aber nur an wenigen Stellen teeniehaft und störend gewirkt, sondern war auch weiter so begrenzt, dass lustige und kluge Dialoge ebenso wie Spannung und intelligente Falllösung im Vordergrund standen.
Im Endeffekt bin ich fast froh, dass nach der dritten Staffel nun Schluß mit Veronica Mars ist. Nicht deshlab, weil ich denke, dass nicht noch Stoff für genug neue, spannende und intelligente Fälle hätte gefunden werden können oder weil ich die Serie über hätte, ganz im Gegenteil. Vielmehr befürchte ich, dass die Änderungen, die der Serie in einer vierten Staffel gedroht hätten, die Einzigartigkeit der Serie zerstört hätten. Das lobenswert umfangreiche Zusatzmaterial der dritten Staffel zeigt die Idee Veronica in Zukunft beim FBI zu begleiten und ich glaube, dass spätestens dann die Serie zu einer unter vielen FBI Serien verkommen wäre, weil eben nicht mehr ihr Vater als Privatdetektiv oder Veronica als illegale Aufklärerin tätig geworden wäre. Die Dialoge wären vielleicht klüger und witziger gewesen, was die Vorschau schon jetzt beweist, aber das Konzept wäre nicht mehr das selbe, sondern nur noch ein angepasstes gewesen. Auf diese Weise geht eine Serie zu dem Zeitpunkt, von dem ich meine, dass bis dato nicht eine schlechte Folge abgeliefert wurde. Also mit einer immer noch sehr guten Staffel drei ein würdiges Ende einer völlig unterschätzten Serie. Daumen ausgestreckt nach oben!