Es mag zwar wenig Sinn machen die 32. positive Rezension zu dieser Serie zu schreiben, aber nachdem ich begonnen habe Veronica Mars zu schauen und mir besonders auch die negativen Rezensionen hier angesehen habe, wollte ich doch ein paar Zeilen loswerden.
Ich habe die Serie direkt auf DVD bestellt - sie damals also nicht im TV gesehen - weil sie bei amazon so günstig angeboten worden war und mich die Zusammenfassung hier und bei wikipedia nicht vollständig abgeschreckt haben. Dennoch war ich skeptisch, ob ich mit einer ermittelnden Highschool Schülerin in Serie so richtig warm werden würde. Und was soll ich sagen ich habe innerhalb von zwei Tagen die halbe Staffel geschaut und finde, dass sie die Serie nicht hinter anderen, vielleicht erfolgreicheren, erwachsenen Formaten verstecken muss.
Sicher, etwas Teenieflair wird verbreitet, die Darsteller sind jünger und sehen besser aus, aber die Fälle die tief gehend, intelligent und spannend gestaltet. Was mich besonders gefreut hat, war, dass nicht wie man es von anderen amerikanischen Teeniesoaps wie Dawsons Creek, ständig über das Gefühls- und Liebesleben geschafelt wird, sondern intelligente Worte an der richtigen Stelle eingesetzt werden. Die Fälle sind nicht wie bei "Mord ist ihr Hobby" - wohl gemerkt macht sich die Serie um Angela Landsbury ja auch selbst darüber lustig, dass ihre Protagonistin Mord nahezu anzuziehen scheint - immer auf Kapitalverbrechen ausgelegt, sondern passen zu dem Milieu der Highschool, in dem die Serie spielt. Positiv ist mir dabei auch aufgefallen, dass hier nicht das sonst so gern genommene saubere, heile Welt Vorstadtimage bedient wird, sondern sich die Protagonisten so verhalten wie es reale Menschen in diesem Alter auch täten - mal abgesehen davon, dass so viele Leichen in den Kellern der einzelnen Personen in den Folgen sicher unrealistisch sind, aber das ist wohl bei jeder Krimiserie der Fall. Gleichzeitig wird mit dem Mord an der besten Freundin von Veronica über die ganze erste Staffel ein ebenso bewegender wie spannender Mordbogen geschlagen, auf dessen Auflösung ich mich jetzt schon freue.
Zuletzt fällt der Charakter und Hintergrund der Hauptperson Veronica positiv auf. Irgendwie erinnert sie ein wenig an Wolke Hegenbarth in "Mein Leben und ich". Auch wenn es sich hier um ein Mädchen handelt, das mal dazugehört hat und jetzt außen vor einer Welt ist, die sie mit Vorurteilen und Ablehung überzieht, dabei aber nicht aufgibt und ihr Leben anders als früher weiterführt, ist mir zumindest neu und durch die Intelligenz und den Witz des Charakters interessant wie mitreißend umgesetzt.
Abschließend kann ich nur festhalten, dass ich, obwohl ich von Teenieserie nie viel gehalten hab, auch wenn diese Jahre erst eine halbe Dekade hinter mir liegen, angenehm überrascht, ja sogar als Krimi- und Serienfan etwas begeistert, von der Handlung, Umsetzung und der Seriewelt bin, die in Veronica Mars präsentiert wird. Man muss also kein Fan der heile Welt Serien made in USA sein, um Veronica Mars zu mögen. Die Serie kann meiner Meinung nach besonders von der Gestaltung und Intelligenz der Fälle mit anderen Reihen wie Monk, Psych oder auch Mord ist ihr Hobby mithalten (wenn diese natürlich auch anders konzipiert sind) und ich bin gespannt, wie die verschiedenen episodenübergreifenden Rätsel um Veronicas Familie, besonders aber auch den Mord an ihrer besten Freundin ausgehen. Staffel 2 wird auf jeden Fall jetzt schon bestellt :-)