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Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944. Ausstellungskatalog [Broschiert]

Hamburger Institut für Sozialforschung
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Kurzbeschreibung

1997
Im März 1995 eröffnete das Hamburger Institut für Sozialforschung die Ausstellung "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944". Der Katalog dokumentiert das Verhalten der Truppe in Serbien und der besetzten Sowjetunion.
Das Bild, das sich aus den vielfältigen Materialen ergibt, ist erschreckend und wurde niemals vorher so gezeigt: Die Wehrmacht spielte eine aktive Rolle beim Holocaust, bei der Plünderung der besetzten Gebiete, beim Massenmord an der Zivilbevölkerung und bei der Vernichtung der sowjetischen Kriegsgefangenen. Der Krieg war kein 'normaler' Krieg, sondern wurde als Rassenkrieg geplant und geführt. Die Wehrmacht war als Teil der nationalsozialistischen Gesellschaft umfassender und bereitwilliger als bisher behauptet an diesen Verbrechen beteiligt.

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Produktinformation

  • Broschiert: 223 Seiten
  • Verlag: Hamburger Edition; Auflage: 4., überarb. A. (1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3930908247
  • ISBN-13: 978-3930908240
  • Größe und/oder Gewicht: 27,8 x 24,2 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 225.759 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

1945, kaum daß Nazi-Deutschland besiegt war, begannen die ehemaligen Generäle mit der Fabrikation einer Legende - der Legende von der »sauberen Wehrmacht«. Die Truppe, so hieß es, habe Distanz zu Hitler und dem NS-Regime gehalten, habe mit Anstand und Würde ihre soldatische Pflicht erfüllt und sei über die Greueltaten von Himmlers Einsatztruppen allenfalls nachträglich informiert worden. Diese Behauptung, die Millionen ehemaliger deutscher und österreichischer Soldaten freisprach, bestimmt bis heute die öffentliche Meinung. 1995, fünfzig Jahre später, ist es an der Zeit, sich von dieser Lüge endgültig zu verabschieden und die Realität eines großen Verbrechens zu akzeptieren:

Die Wehrmacht führte 1941 bis 1944 auf dem Balkan und in der Sowjetunion keinen »normalen Krieg«, sondern einen Vernichtungskrieg gegen Juden, Kriegsgefangene und Zivilbevölkerung, dem Millionen zum Opfer fielen. Die deutsche Militärgeschichtsschreibung hat zwar viel zur Aufklärung dieses Tatbestandes beigetragen, sie weigert sich aber einzugestehen, daß die Wehrmacht an allen Verbrechen aktiv und als Gesamtorganisation beteiligt war.

Die Ausstellung will genau diesen Beweis führen. Sie wählt dazu drei Beispiele: den Partisanenkrieg in Serbien, die 6. Armee auf dem Weg nach Stalingrad, die dreijährige Besatzung Weißrußlands.

Und sie demonstriert die Schwierigkeit dieser Beweisführung: Von Beginn an versuchte die Wehrmacht, die Spuren ihrer Verbrechen zu verwischen und die Erinnerung daran zu beseitigen.

Was an Legendenbildung in der Nachkriegszeit entstand, war nur die Fortsetzung dieser Politik. Die Ausstellung will kein verspätetes und pauschales Urteil über eine ganze Generation ehemaliger Soldaten fällen.

Sie will eine Debatte eröffnen über das- neben Auschwitz -barbarischste Kapitel der deutschen und Österreichischen Geschichte, den Vernichtungskrieg der Wehrmacht von 1941 bis 1944.


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14 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für jedes Bücherregal dringend empfohlen 31. August 1999
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Der Katalog zur wohl umstrittensten - und wichtigsten - Ausstellung der letzten Jahre: die Ausstellung "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944" des Hamburger Instituts für Sozialforschung räumt mit dem Mythos der "sauberen Wehrmacht" gründlich auf. Die AusstellungsmacherInnen um Hannes Heer beweisen anhand von drei Beispielen (Partisanenkrieg in Serbien, die 6. Armee auf dem Weg nach Stalingrad, die dreijährige Besatzung Weißrusslands), dass die Trennung von verbrecherische SS hier, "gute" ("tapfere", "heldenhafte", allenfalls "dummerweise" für einen Verbrecher kämpfende) Wehrmacht dort eine Konstruktion, eine Fiktion ist - oder schärfer formuliert, eine Lüge. Die Wehrmacht hat nicht nur durch den Krieg Operationsgebiete für die Vernichtung von Millionen Menschen geschaffen, sondern war selbst aktiv an der Vernichtungsmaschinerie beteiligt. Auf den ersten Blick eine nicht allzu überraschende Erkenntnis, wie man meinen sollte; und doch zeigt der Aufschrei, der einhellig von Focus über CDU/CSU bis hin zu NPD & Co. durch die Öffentlichkeit ging, an was für einem Tabu hier gerührt wird. Begleitet wurde die Ausstellung von Anfang an von Fälschungsvorwürfen, die sich aber sämtlich als Verleumdungen von interessierter Seite herausstellten. Erfreulich, dass die AustellungsmacherInnen so gründlich gearbeitet haben, dass sie in dieser Hinsicht keine ernsthafte Angriffsfläche bieten. Dafür wären die Reaktionen auf die Ausstellung, die ja beileibe nicht bei Fälschungsvorwürfen blieben (es sei an den Sprengstoffanschlag in Saarbrücken erinnert!), eine eigene Dokumentation wert. Eine äußerst wichtige Ausstellung, in Katalogform für jedes Bücherregal dringend empfohlen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein TABUTHEMA wurde angsprochen. 27. April 2000
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Als Geburtsjahrgang 1943 mit einem Vater als Berufsoffizier und Ritterkreuzträger war das Thema Krieg von 1939-1945 immer präsent. Es gab da keine Tabus von Seiten des Vaters, der als Berufsmilitär dem System äusserst kritisch gegenüber stand. Er sagte daß er schon 1941 gewußt habe daß dieses Verbrecherregime und die begangenen Kriegsverbre- chen zur Verantwortung gezogen werden wird. Als Teilnehmer des gesamten Russlandfeldzuges war er teilweise Augenzeuge von Verbrechen, und hat sich auch deswegen mit höheren Kommandierenden angelegt. Es war notwendig dieses verdrängte und brisante Thema zu beleuchten. Man muß irgendwann aufhören das Thema Verbrechen der deutschen Wehrmacht schön zu reden, denn nur mit und durch die Wahrheit ist echte Trauerarbeit zu leisten. Daß A.H. sein eigenes Volk nicht nur missbraucht hat sondern obendrein die männliche Blüte seines Volkes sinn und gnadenlos verbrecherisch geopfert hat, auch Selbstschuld der Missbrauchten, ist unfassbar. Daß Unklarheiten bei der Ausstellung aufgetreten sind berührt nicht den Verdienst die Suche nach der Wahrheit zu tun. Die Reaktionen der alten Veteranen spricht Bände.
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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Umstritten 18. Juni 2012
Von Elster
Format:Broschiert
Die Ausstellung "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944" des Hamburger Instituts für Sozialforschung strotzte leider vor Fehlern und mußte zurückgezogen und überarbeitet werden. Auch danach wurden noch viele Fehler nachgewiesen. Man muß sich bewußt sein, daß hier eine ideologische Sichtweise und vorgefertigte Meinung vertreten wird. Die Objektivität kommt leider zu kurz. Auch international genießt die Ausstellung kein Ansehen oder Bedeutung. Sie bedient ein zeitgeistiges deutsches Geschichtsbild.
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