Dieses Zeugnis der Herzenswärme vergangener Zeiten mit hohem Unterhaltungswert auch wegen seiner verkürzten Form wirkt erfrischend angesichts der Flut von langweiligen Spannungshaltern der Gegeneartsliteratur, die mit dem Rezept action-action-action trotzdem oft vergeblich versuchen, den Leser bei der Stange zu halten. Mary Shelleys Beschreibungen psychologischer Zustände erzeugt die Lust weiterzulesen,denn der Leser/die Leserin darf hoffen, wirklich Überraschendes an Sprache und Ausdruck auf den nächsten Seiten zu finden, denn hier wurde über Menschliches wirklich nachgedacht und sich bemüht, innerhalb einer fiktiven Konstellation eine noch nie beschriebene Innerlichkeit des Menschen neu zu erschaffen und etwas Wesentliches damit auszusagen: das einzig Menschliche im Menschen sind seine Gefühle, wenn er die innerhalb eines falsch programmierten gesellschaftlich organisierten Systems auf ohnmächtigen Standorten wirkungslos verpuffen lässt, dann wird sich die Menschheit nicht mehr weiterentwickeln, dann ist das der Anfang des Untergangs. Diese Aussage ist höchst aktuell!