Bei "Das Vermächtnis der Tempelritter" mußte man nur die irrwitzige Ausgangsidee "kaufen", dann war der Rest stimmig und sogar mit etwas US-Geschichtsunterricht verbunden. Hier muß man in einer Tour Unsinn kaufen, um bei der Handlung zu bleiben und das tut irgendwann weh. Die typischen Mängel einer schlampigen Fortsetzung: Hat gut funktioniert - also im zweiten Teil einfach more of the same!
Dass das langweilig ist, wenn es wieder um einen Goldschatz geht, der halt noch fetter und goldiger ist wie der erste, das ist nun mal klar.
Wozu drück ich meine Drehbuchschreiber für den zweiten Teil auf so ein Niveau, wenn ich mit dem ersten soviel Geld gemacht habe?
Und so geht's auch schon los: im ersten Teil wurde die Unabhängigkeitserklärung gesucht/geklaut, jetzt klauen wir ein Buch mit Hinweisen zum Mord an Abraham Lincoln, äh nein, ein geheimes Buch mit allen Geheimnissen aller Präsidenten, äh nein, wir klauen gleich den Präsidenten, und wir brechen ins Weiße Haus ein und in den Buckingham Palace und fahren London zu Schrott und und und - noch mehr Sahne und noch mehr Rahm, gell, Dir schmeckts noch lieber Zuschauer, gell, du hast doch Spass, das ist jetzt noch mehr wie beim ersten - GIVE ME A BREAK!!!!!!!!!!!
Was wäre denn so schwer daran gewesen mal was anderes zu suchen (Beweise dafür, dass Amerika von Osten von Basken besiedelt wurde, dass Kolumbus in Amerika begraben wurde, den Sarg von Francis Drake, ein Dokument, das beweist, dass alle Indianer US-Bürgerrechte haben, irgendwas, bloß nicht wieder tonnenweise fackelbestrahltes Gold) und völlig unsinnige Hinweise darauf und völlig unsinnige Gründe warum das all die Jahre keiner benutzt, gesucht oder gefunden hat. Und dann noch dieses depperte Buch, und diese unsinnigen Maya-Azteken-Tafeln mit Hinweisen auf einen Schatz bei Mount Rushmore - oh Mann geht es nicht etwas mit Sinn und Verstand?
Und dann noch die Mutter des Helden - jetzt sind wir schon zu fünft in jeder Szene weil ja alle so witzig sind und wir ja so tolle Ideen haben, was die alles miteinander und gegeneinander haben könnten.
Der Film ist ein Klasse-Beispiel, wie man sich vertun kann, wenn man sich vor lauter Möglichkeiten nicht konzentriert und ein Minimum an Logik und Verstand walten läßt.
Alle einzelnen Teile sind natürlich gut gemacht und rasant aneinandergereiht - aber ein Film ist diese Schnitzeljagd nicht.