„Das Vermächtnis des alten Pilgers" ist ein wunderschönes Buch, das nebenbei auch viel über die damaligen Zustände und das Leben im Mittelalter vermittelt.
Wie eigentlich in jedem Buch, das im Mittelalter spielt, spielt die Religion eine Rolle. Am Anfang noch nicht sehr offensichtlich, aber später dann z.T. sehr extrem. Es gibt einige Gespräche, in denen es sich nur um Juden und Christentum dreht, und die, auf andere Weise geschrieben, durchaus ermüdend sein könnten. KÖNNTEN. Hier ist das ganz und gar nicht der Fall! RM Schröder gelingt es, während der gesamten Zeit die Spannung aufrechtzuerhalten. Von einigen weit schweifenden Beschreibungen, die der Autor öfter in seinen Büchern unterbringt, einmal abgesehen. Doch auch das hat seinen Reiz. Liest es sich an diesen Stellen auch mehr wie eine Art Geschichtsbuch, so erfährt man alles doch auf lebendige und anschauliche Weise.
Eine Sache hat mich jedoch gestört: Marius glaubt, dem Wunsch des Pilgers zu entsprechen, wenn er sich den Kreuzfahrern anschließt - schön und gut. Nur hat sich eben dieser Pilger zuvor mehrmals überdeutlich GEGEN die Kreuzfahrt-Idee ausgesprochen. Sicher, Marius hielt das Vermächtnis für unmissverständlich und er sehnte sich ohnehin nach einer Veränderung. Trotzdem finde ich, dass der Autor diesen Gegensatz ein wenig hätte entschärfen sollen.
Das Buch führt zudem (geographisch gesehen) nicht so weit, wie man es vielleicht vom Klappentext erwartet. Aber letztendlich störte das wenig.
Der erste Teil des Buches bis zum Aufbruch kam mir ein wenig lang vor. Doch schließlich hat sich das Buch zu einer mitreißenden Geschichte entwickelt. Sofern man auch nur ein kleines bisschen für Religion übrig hat, kann ich nur empfehlen, das Buch zu lesen! Nach anfänglichem „Einlesen" bin ich nicht mehr davon losgekommen!