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Das Vermächtnis des Dalai Lama. Ein Gott zum Anfassen
 
 
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Das Vermächtnis des Dalai Lama. Ein Gott zum Anfassen [Gebundene Ausgabe]

Erich Follath
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Collection Rolf Heyne; Auflage: 1 (9. Juli 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3899103637
  • ISBN-13: 978-3899103632
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 14,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 641.828 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Erich Follath
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

In Lhasa wachsen neuerdings Palmen, grasgrün und unerschütterlich. Es kann sehr kalt werden in Tibets Hauptstadt, den Palmen aber macht das nichts. Sie sind aus Plastik, nachts leuchten sie in Violett und Rosa.. Für die Touristen: Längst ist der Potala-Palast, in dem das spirituelle und politische Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, einst residierte, zu klein für die immer größer werdenden Touristenmassen. Der örtliche Parteichef plant daher einen Miniaturnachbau am Fuße des Winterpalastes, mit modernen Lichteffekten und einem Hightech-Soundsystem. Die Kommunistische Partei Chinas - denn zu China gehört Tibet seit der Besetzung im Jahr 1951 - macht Lhasa zu einem folkloristischen Disneyland.
Weniger als 30 Prozent der 450 000 Einwohner sind mittlerweile Tibeter, den Rest bilden Han-Chinesen, die die Regierung mit Steuervorteilen nach Tibet gelockt hat. Der Dalai Lama sieht darin einen »kulturellen Völkermord«, an dem er doch nichts ändern kann. Wie besessen reist er um die Welt, heute Leipzig, morgen New York und längst ist er darüber zur Ikone geworden. An Tibets Schicksal hat das indessen wenig geändert, und so werden einige Tibeter im indischen Exil in Dharamsala ungeduldig. Die Tibeter seien die »Pandabären der indischen Politik«, schimpft etwa Kelsang Phuntsok, Präsident des tibetischen Jugendkongresses. »Jeder will gern mit uns kuscheln, aber keiner tut was für uns«. Führt der Weg des Dalai Lama als trotz aller Popularität ins Abseits? Ist er gar kontraproduktiv? das sind Fragen, denen der Spiegel-Autor Erich Follath in seinem Buch »Das Vermächtnis des Dalai Lama. Ein Gott zum Anfassen« nachgeht. Follath reist nach Tibet und Dharamsala, er macht sich auf den Pilgerweg zu den hitsorischen Stätten des Buddhismus, er spricht mit dem Dalai Lama und seinem Staatsorakel, dem Ministerpräsidenten der tibetischen Exilregierung ebenso wie mit dem kommunistischen Parteisekretär in Lhasa. Follats Aufzeichnungen haben etwas von einem Reisetagebuch. Ein wenig Reportage, ein wenig Interview, eine Lehrstunde in tibetischer Geschichte und eine in buddhistischer Religion.
Follath mag es schnell, er springt zwischen Orten und Jahrhunderten. Das könnte störend sein und ist es erstunlicherweise nicht. Denn seine Potpourri-Technik ermöglicht es Follath, sehr unterschiedliche Aspekte tiebtischer geschichte und Gegenwart zu erzählen - oft genug erinnert sie an einen spannenden Politkrimi. Gleichzeitig zeichnet Follath ein schillerndes Sittengemälde Lhasa und Dharamsalas. leider verlieren sich die Fragen, die der Autor ausgezogen ist zu beantworten, auf dem Weg. Doch fragt sich der Leser: Wie sollte der Dalai Lama heute denn handeln? Längst hat er sich von der Forderung nach Unabhängigkeit Tibets distanziert. Sollte er auf die Gebiete des ehemals tibetischen Kernlandes verzichten, die China mittlerweile den Nachbarprovinzen einverleibt hat? Würde Tibet im Tausch dafür die lange geforderte Unabhängigkeit in kulturellen und religiösen Fragen erhalten? Das ist zumindest fragwürdig, denn Tibet ist für China in wirtschaftlicher und militärpolitischer Hinsicht viel zu wichtig. Angesichts des übermächtigen Gegners bleibt der Dalai Lama ohnmächtig. Und ist genau deshalb so »begehrt, beliebt und mächtig«, meint Follath. Ein machtloser Gottkönig, der doch so viele Menschen bewegt. (Angela Köckritz in der »Zeit«)

Kurzbeschreibung

Wer ist der Mann, der den meisten Deutschen als ihr größtes Vorbild gilt, noch vor Benedikt XVI. und den Chinas KPFührung als Vaterlandsverräter beschimpft? Ein Erleuchteter, weltentrückt heilig und jenseits aller Kritik? Oder ein politisch kühl kalkulierender Machtmensch? Vertraut er seinen morgendlichen BBC-Nachrichten oder den Würfeln, die er gelegentlich wirft? Was ist das Vermächtnis Seiner Heiligkeit, für seine Heimat Tibet, für den »Rest der Menschheit«? Im Gegensatz zu den vielen halb religiösen, halb esoterischen, oft zusammenhanglos versammelten Zitatenschätzen in Buchform, die unter dem Namen des Dalai Lama auf dem Markt sind, zeigt Spiegel-Autor Erich Follath den »wahren« Dalai Lama, den er seit Jahren für das Hamburger Nachrichtenmagazin begleitet: seine Bedenken hinsichtlich einer allzu schnell wachsenden buddhistischen Gemeinde in Europa und den USA, seine Pläne für die tibetische Heimat, wo die Kompromissbereitschaft gegenüber Peking trotz des Schwurs der Gewaltlosigkeit endet; seine Befürchtungen, die KP Chinas könne, nach der Wahl des eigenen Panchen Lama, nun bald auch einen zweiten Dalai Lama bestimmen; seine Skepsis gegenüber einem Nachfolger und seine Gedanken darüber, wo denn wenn überhaupt eine Reinkarnation gefunden werden könnte.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Hervorragend. Endlich mal ein Buch über den Dalai Lama, das nicht aus der Esoterik-Ecke kommt. Das von Respekt gegenüber dem Gottkönig getragen ist, aber nicht in blinde Ehrfurcht verfällt. Wo also auch (selbst-)kritische Aspekte beim Namen genannt werden.

Mir gefällt das Buch vor allem deshalb, weil es die politischen Zusammenhänge verdeutlicht, einfach geschrieben, und trotzdem anspruchsvoll ist. Und für deutsche Breiten untypisch: es ist humorvoll! Last but not least, weil man spürt, dass der Autor weiß, wovon er redet - keine Wiederaufmischung von Sekundärliteratur, sondern ein Werk voller persönlicher Beobachtungen.
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19 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hervorragend 18. Juli 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Das Vermächtnis des Dalai Lama von dem Spiegel Journalisten Erich Follath liest sich sehr gut. Das Buch ist interdisziplinär, das spirituelle wie das politische am Dalai Lama beleuchtend. Mit vielen interessanten und teils komischen Anekdoten (z.B. Chinas Intervention gegen Grönland wegen des Fussball-Kicks mit Exil-Tibetern).

Gerade für Reiseliteraturinteressenten zu empfehlen, es ist ein Stil, der der an Scholl-Latour oder auch Tino Terzani erinnert, mit Esprit und Detailkenntnis, aber (zum Glück) ohne Pomp und Name Dropping" vorgetragen. Zu schätzen ist auch die kommentierte Literaturliste. Weniger gut fand ich die Schriftgröße, die war nämlich zu klein! Vielleicht kann man das in der nächsten Ausgabe korrigieren! Ein Namens- und Begriffsregister hätte auch nicht geschadet, anderseits ist alles so gut im Text erklärt, dass das nicht zwingend erforderlich ist. Sehr zu empfehlen, eine der besten Sachbücher-Neuerscheinungen 2007 überhaupt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der promovierte Politologe Erich Follath hat sich seit den Achtzigerjahren immer wieder in Tibet aufgehalten, dort die Klöster aufgesucht und den 14. Dalai Lama in dessen Exil in Dharamsala interviewt.

Der Dalai Lama, zu mongol. dalai "Ozean" (des gelehrten Wissens) ist der höchste Würdenträger des Lamaismus und seit dem 16. Jahrhundert das religiöse und politische Oberhaupt Tibets. Im April 2007 traf Follath den Gottkönig in Leipzig zu einem Gespräch im privaten Rahmen.

Der Autor befragt den Dalai Lama kritisch , teilweise fast provokant zu politischen und religiösen Themen und zeichnet auf diese Weise ein umfassendes Bild von dem Friedensnobelpreisträger von 1989, der sich auf internationaler Ebene für Toleranz zwischen den Religionen und Völkern und für die Wahrnehmung der globalen Verantwortung der Menschheit einsetzt.

Thematisiert werden u.a. die Wiedergeburten des derzeitigen Dalai Lamas, seine Kindheit, religiöse Inhalte des Buddhismus und die politischen Gründe, die dazu führten, dass der Dalai Lama Ende der 50er Jahre Tibet verließ.

1950 hatten die Chinesen Tibet besetzt. Die Besatzer zerstörten Klöster und demütigten Mönche. Der Dalai Lama war 24 Jahre als er sich 1959 auf Rat des Staatsorakels während eines zum Scheitern verurteilten Volksaufstandes zur Flucht entschloss. Mehr als 80 000 Tibeter sind dem Dalai Lama nach und nach in die Fremde gefolgt. Viele setzten ihr Leben aufs Spiel . Während der Kämpfe , die drei Tage andauerten , starben 3000 Tibeter und mehr als 4000 wurden gefangen genommen.

Im Exil entstand auf Veranlassung des Dalai Lamas und unter seiner Leitung ein Parlament. Die tibetische Exilregierung setzt sich dafür ein , über Verhandlungen mit der chinesischen Regierung wirkliche Autonomie zu erlangen.

Im indischen Dharamsala , ungefähr 150 km von der tibetischen Grenze entfernt, lebt der von Follath befragte Gottkönig, der sich immer noch intensiv mit den Reformen für ein zukünftiges Tibet befasst, dem er eine demokratische Verfassung geben möchte.

Follath lässt den Leser wissen, was der Dalai Lama täglich unternimmt und verdeutlicht in diesem Zusammenhang, weshalb er weltliche Dinge nur nach ihrer Funktionalität beurteilt. Er diskutiert mit ihm den buddhistischen Glauben, insbesondere die ethischen Wertmaßstäbe der Buddhisten und lotet hier beharrlich die Grenzen aus.

Ein interessantes Buch über einen ganz besonderen Menschen und seine vielfältigen Aktivitäten, für den übrigens das Glück eine Frage der inneren Haltung ist.

Empfehlenswert.
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