Erich von Manstein wird in weiten Kreisen als der fähigste General im Zweiten Weltkrieg betrachtet. In zahlreichen Schlachten, war er für die Strategieplanung mitverantwortlich. Nicht nur wandte er die Blitzkriegstrategie erfolgreich an, sonder schuf auch den Sichelschnitt in Frankreich und eroberte Sewastopol. Auch von den Gegnern wurde Manstein gefürchtet wie ein Zitat des russischen Feldmarshall Rodion Jakowlewitsch erkennen lässt: Wir hielten den verhassten Manstein für unseren gefährlichsten Gegner. Seine technische Beherrschung aller, aber auch aller Situationen sucht ihresgleichen. Es wäre vielleicht schlecht um uns bestellt gewesen, wenn alle Generäle der deutschen Wehrmacht sein Format besessen hätten."
In seinem Buch Verlorene Siege", erklärt v. Manstein seine taktischen Überlegungen während der Feldzüge. Die Darlegung und Entwicklung seiner Strategien stellt ein Schwerpunkt seines Buches dar. Ein weiterer Schwerpunkt wird auf den internen Kampf zwischen der Wehrmachtsführung und Hitler gelegt. Erich von Manstein ist einer der wenigen Generäle, die Hitler klar widersprochen und gegen ihn (im strategischen Sinne) gekämpft haben. Dabei listet v. Manstein nicht nur negatives auf, sondern anerkennt Hitler auch ein gewisses militärisches Talent an. Durch die Zurückhaltung Hitlers und die Unfähigkeit schnelle Entscheidungen zu treffen, wurde das Verhältnis des OKHs und Hitler immer schlechter. Dies endete in der Enthebung Mansteins aus seinem Amt.
Das Buch ist wohl weniger dazu geeignet sich einen Überblick über den 2. Weltkrieg zu verschaffen. Die Schwerpunkte liegen in der strategischen Behandlung der Feldzüge von Erich v. Manstein. Des Weiteren will v. Manstein aufzeigen, wie das Verhältnis des OKH zu Hitler stand. V. Manstein stellt damit auch die These auf, dass der Krieg anders hätte verlaufen können, wenn der militärischen Führung mehr Entscheidungsmacht zugekommen wäre.
Die einzelnen Schlachten werden relativ genau behandelt, so dass es vor allem für Leute, die sich für Militärstrategie interessieren, geeignet ist. Es empfiehlt sich auch, sich zuerst mit der Organisation und dem Aufbau der Wehrmacht auseinanderzusetzen.
Etwas dürftig ist das Kartenmaterial ausgestaltet. Zwar gibt es Karten mit den eingezeichneten Truppen, doch fehlt zumeist der Verlauf. Mit ein bisschen Suchaufwand im Internet kommt man aber schnell zum gewünschten Ergebnis.
Das Buch ist Militärhistorisch wehr wertvoll und ausserordentlich spannend und interessant. Jedem, der sich für diese Thematik interessiert, kann ich es empfehlen.