Wenn man Balzac liest, bekommt man leicht das Gefühl, man würde die Helden seiner Bücher persönlich kennen. Alles, was Balzac vor vielen Jahren aufgeschrieben hat, ist ganz und gar zeitlos gültig. Lucien, dem Helden von "Verlorene Illusionen" ergeht es wie so manchem, der sich für einen Künstler hält und der davon überzeugt ist, er würde in der Welt eine großartige Karriere machen, reich und berühmt werden.
Unserem schönen, phantasiebegabten, jugendlichen "Dichter" Lucien Chardon wird die Kleinstadt Angoulême zu eng. Mit Hilfe der adligen Madame de Bargenton, in die Lucien verliebt ist, geht er mit hochfliegenden Plänen nach Paris. Er legt sich den adligen Namen seiner Mutter, de Rubempré, zu, versucht sich ehrgeizig der Protektion der Adligen zu versichern und verschleudert sein literarisches Talent, indem er sich in der Intrigenwirtschaft des Journalismus verdingt.
Doch seine Versuche, in der Großstadt Fuß zu fassen, scheitern kläglich. Selbst Opfer von Intrigen geworden, zieht Lucien seine Familie in eine Geldschuldaffäre hinein, die sie fast in den totalen Ruin treibt. Allein durch ein Wunder wird der Kreis von Luciens Lieben gerettet. Und für Lucien bleibt nun nur noch die Möglichkeit - will er sich nicht das Leben nehmen - einen Teufelpakt zu schließen! Auf den Leser überträgt sich die Schnelligkeit, mit der das Buch von Balzac geschrieben wurde. Ein durch und durch spannendes Werk des Menschenkenners Balzac.