Dem spanische Autor Manuel Vazquez Montalban gelang mit der Erschaffung seines Krimihelden Pepe Carvalho ein absoluter Glückstreffer. Er hat den Detektiv mit so vielen menschlichen Eigenschaften ausgestattet, das sich jeder zumindest ein Stückweit in ihm wiederfindet. Carvalho, der in Barcelona eine Detektei betreibt, aber außerhalb in Vallvidrera lebt unterhält eine mal lose mal feste Beziehung zu einer Prostituierten namens Charo, er hat einen Gehilfen, Biscuter, der aus den gesellschaftlichen Randschichten kommt und er ist ein Feinschmecker, der eigentlich in jedem Krimi einen Abend/Nacht kochend verbringt, um dann gegen morgen mit einem Freund die Köstlichkeiten zu verspeisen, die zu des Lesers Freude auch in puncto Zubereitung genau beschrieben werden. Carvalho sucht lange das Gute im Menschen und entschuldigt die Schwächen, trotzdem ist er ein penetranter, teilweise hinterhältiger, (mit dieser Eigenschaft an Columbo erinnernd) verbissener Schnüffler. Montalban verknüpft tagespolitisches Geschehen geschickt mit den Stimmungen des Autors, so dass die Krimis zu einem Spiegelbild der spanischen Gesellschaft werden. Eine schöne Ausländerin beauftragt Carvalho, den Mann ihres Lebens zu finden. Die Suche führt ihn durch das Labyrinth einer Stadt, die sich selbst zerstört um sich neu aufzubauen, zu dem Gesuchten, einem Griechen auf der Flucht vor Liebe und tot. Parallel dazu suchen zwei weitere Frauen den Mann ihres Lebens und eine davon, Charo wird schließlich zur, wenn auch abwesenden, Hauptfigur des Romans, der der Irrationalität der Liebe gewidmet ist. Carvalho-Krimis sind hervorragend, sie wirken nicht konstruiert, sind logisch, entbehren nicht einer gesunden Portion Philosophie und sind schön zu lesen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)