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Verlogene Schönheit: Vom falschen Glanz und eitlen Wahn
 
 
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Verlogene Schönheit: Vom falschen Glanz und eitlen Wahn [Gebundene Ausgabe]

Werner Mang
2.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Riesenbrüste, Po-Implantate, Herausschneiden von Rippen sind bei Werner Mang ebenso wenig drin wie Penisverdickung und –verlängerung. Es gibt eindeutig Grenzen, die er nicht überschreiten will. Arbeit genug bleibt dem Schönheitschirurgen aus Passion dennoch, sonst könnte er nicht zweitausend Schönheitsoperationen pro Jahr durchführen, wie auf seiner Webseite zu lesen ist. Mangs Anliegen ist es, ein Buch für die Frauen [zu] schreiben und die Männer wach[zu]rütteln. Es ist nun mal nicht alles möglich beim Verschönern des Körpers.

Was beim Umgang mit Botox, Skalpell und Co. danebengehen kann, wird in Verlogene Schönheit erzählt. Mang warnt vor Teenie-Operationen und zeigt an drastischen Beispielen die Gefahren des OP-Tourismus ins Ausland. Im Plauderton gibt er Einblick in die Welt der Schönheitschirurgie. Wir erfahren von berühmten Kollegen wie dem Brasilianer Ivo Pitanguy, aber auch von weniger erfreulichen Berufsgenossen, die aus gesundem Konkurrenzkampf eine Art Vernichtungskrieg gemacht haben.

Die Forderungen, die die Kunden an ihre Schönheitsärzte stellen, werden immer abstruser, die Liste derer, die sich vermutlich haben verschönern lassen, dies aber nicht zugeben, wird immer länger. Das macht Verlogene Schönheit deutlich. Dabei geht es Mang nicht um eine kategorische Absage an die Schönheitsoperation, gehört sie mittlerweile doch zum Alltag unserer Gesellschaft wie das Einreiben mit dem Fett der Bürzeldrüse, wodurch sich Enten über Wasser zu halten pflegen. Zudem gibt es ausreichend Fälle, in denen ein Eingriff durchaus sinnvoll erscheint, nicht nur bei Krankheiten oder Unfällen, sondern auch um das psychische Wohlbefinden zu steigern. Und so fügt Mang seinem Werk eine Liste mit den wichtigsten Operationen und Eingriffen bei. Von Bauchdeckenstraffung bis Ohranlegung erklärt er, was sich korrigieren läßt, wie es gemacht wird und welche Komplikationen möglich sind. -- Anne Hauschild

Kurzbeschreibung

»In der modernen Gesellschaft, die jegliche Form von normalem Verfall und naturbedingter Alterung kategorisch ablehnt, wird das Streben nach Schönheit immer mehr zu einem rücksichtslosen, gegen sich selbst gerichteten Wahn.« Werner Mang

Schlauchbootlippen, uniforme Barbie-Körper, Po-Implantate, Wespentaille durch Entfernung von Rippen – die Schönheitschirurgie treibt in Zeiten von Jugendwahn und Promi-Scheinwelt erschreckende und gesundheitsgefährdende Blüten. Professor Werner Mang, Chef einer der bedeutendsten Fachkliniken, schlägt Alarm: Auswüchse und Folgen vieler Eingriffe signalisieren eine widernatürliche Entwicklung. Mang plädiert für körperlich und seelisch heilsame Schönheitschirurgie. Aus intimer Kenntnis prangert er Eitelkeit und Doppelmoral der Schicki-Micki-Society an, stellt Trophäen-Frauen und ihre Jäger vor. Schließlich rät er, wie gesunde Schönheit ohne Messer und Spritze bis ins hohe Alter bewahrt werden kann.

Kritisches Resümee über Sinn und Unsinn von Schönheitsoperationen.

Über den Autor

Prof. Dr. Werner Mang, Hals-Nasen-Ohren-Arzt und bekanntester deutscher Schönheitschirurg, ist Leiter der Bodensee-Klinik, die mit jährlich etwa 3000 Eingriffen auch international zu den auf diesem Gebiet führenden Kliniken gehört. Er ist Präsident der internationalen Gesellschaft für Ästhetische Medizin.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

"Warum ich dieses Buch schreibe: Die Schönheitschirurgie ist ein Spiegel der Gesellschaft."" Werner Mang

Sex sells, heißt es. Diese Erkenntnis stimmt nur bedingt. In Wirklichkeit ist es die Schönheit, die verkauft; sie ist der goldene Schlüssel für ein ganzes Leben. Gutes Aussehen, wie wir es, entsprechend unserem, westlichen Empfinden, anstreben, ist ein Türöffner auf dem Weg zum Erfolg, vor allem beim spannendsten Aufeinandertreffen in unserem Dasein: der Begegnung von Frau und Mann. Schöne Menschen sind da klar im Vorteil, so erbarmungslos sind nun mal die Regeln der Auswahl, der Natur. Schönheit kennt - wie auch Intelligenz - keine Gerechtigkeit. Man hat sie, oder man hat sie eben nicht; ob verdient oder unverdient, spielt nicht die geringste Rolle. Ohne Unterschiede - von Schön und Hässlich, von Arm und Reich - käme es zum Stillstand. Es gäbe keine Konkurrenz, keinen Wettkampf mehr. Wenn wir alle reich wären, wären wir alle arm.
Das positive Unterscheidungspotenzial steuert den Erfolg. Allerdings: Wer hässlich ist und nichts dagegen unternimmt, bleibt in den allermeisten Fällen auf der Strecke. Das ist bitter, aber harte Realität. Schönheit ist ein Kapital, das die Laufbahn bestimmt und bestechend wirkt. Das fängt schon in der Familie an, wo hübsche Kinder wegen ihres süßen Auftretens bevorzugt werden. Das ist in der Schule so und auch im Beruf. Schönheit, oder sagen wir besser Attraktivität, weckt Sympathie, und Sympathie beschleunigt den Aufbau von Vertrauen. Bei jedem Neubeginn, ob im Privatleben oder im Beruf, steht die Attraktivität im Vordergrund. Erst dann kommen die inneren Werte, die Qualitäten des Restmenschen. Es ist wie mit der Verpackung von Produkten: Zu einer Praline greift man ohne zu zögern, wenn sie appetitlich eingewickelt ist und einen leckeren Inhalt verspricht.
Schönheit hat also etwas mit sozialem Erfolg zu tun. Wer jung und schlank daherkommt, mit harmonischen Gesichtszügen, dem werden Eigenschaften wie Gesundheit, Willenskraft und Erfolgsorientiertheit einfach so zugeschrieben. So betrachtet, hat Schönheit durchaus einen Wert, den man in Geld ausdrücken könnte - wie es bei hoch bezahlten Topmodels der Fall ist. Aber was ist ein schönes Gesicht? Wissenschaftler sind der Frage mit Hilfe von digitaler Bildbearbeitung auf den Grund gegangen. Um ein Abbild idealer Proportionen zu schaffen, reicht es aus, Daten vieler realer Gesichter in den Computer einzugeben. Der rechnet dann, Pixel für Pixel, die Durchschnittswerte aus. Lange Nasen, Pickel, fliehende oder spitze Kinne und Hamsterbacken verschwinden so wie von Geisterhand. Ist Schönheit doch nur ein statistischer Mittelwert?
Unser ganzes Leben verläuft in jeder Schattierung nur durch gezielte Nachbehandlung erfolgreich: In der Ausbildung durch Lernen, im Sport durch Training, im Beruf durch Fortbildung, Taktieren, Jobwechsel. Und in der Schönheit durch Aufbesserungen mit Fitness, Diäten, Mode, Kosmetik - und bisweilen durch meine Wenigkeit.

Professor Mang - "King of Nose"

An dieser Stelle möchte ich mich vorstellen. Mein Name ist Werner Mang. Ich bin Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohren-Heilkunde/ Plastische Operationen und Professor der Medizin. Seit 1990 leite ich die Bodenseeklinik in Lindau, die als größte Schönheitsklinik Europas gilt. Mit über 3000 Eingriffen im Jahr dürfte unsere Fachklinik eine der bedeutendsten für Schönheitsoperationen auf dem Globus sein. In der deutschen Presselandschaft werde ich gelegentlich von den unterschiedlichsten Organen als "Schönheitspapst" ("Das Goldene Blatt") oder als "Falten-Terminator vom Bodensee" ("Der Spiegel") bezeichnet, was meine Mitarbeiter, meine Familie und ich eher schmunzelnd zur Kenntnis nehmen.
Der Stellenwert der Schönheit ist traditionell besonders hoch beim Medium Film. Kein Gesicht, das nicht geschminkt und technisch nachgebessert wird. Keine Kulisse ohne verschönernde, unterstützende und manchmal auch überzeichnende Eingriffe. Diese Unterstützung gestehe ich auch dem Körper eines Menschen zu. In unserer Klinik nehmen wir, neben Rekonstruktionen nach Unfällen und Krebserkrankungen, unter anderem Nasen- und Brustoperationen, Facelifting, Lidkorrekturen, Fettabsaugung, Faltenunterspritzung, Oral- und Venenchirurgie, Haartransplantationen, Bauchdecken-, Oberarm- und Oberschenkelstraffung vor. Um es unmissverständlich zu sagen: Ich verdiene meinen Lebensunterhalt als Schönheitschirurg. Und ich versuche, das medizinisch Machbare zu unternehmen, damit sich die Patientinnen und Patienten wieder glücklicher fühlen. Ich will regulieren, reparieren, Unzulänglichkeiten korrigieren, aber ich will niemanden auf dieser Welt tunen oder designen, wie es manche Kollegen in den USA machen.
Es ist grauenhaft, was sich inzwischen auf dem Sektor der Schönheitschirurgie und Schönheitsreparatur abspielt, wie dieser Teil unserer Kultur hemmungs- und bedenkenlos, unmenschlich und vor allem unnatürlich ausufert. Heerscharen von bemitleidenswerten Zombies, verunstaltet von gewissenlosen Ärzten, werden auf die Menschheit losgelassen, die so etwas teilweise noch schön und erstrebenswert findet. Wegen solcher Fehlentwicklungen habe ich dieses Buch geschrieben.
Immer wieder wird mir von den lieben Kollegen, die sonst wenig Skrupel haben, vorgeworfen, ich sei nur HNO-Arzt. Das scheint für viele, von Neid und Missgunst zerfressenen, Ärzte der einzige Schwachpunkt in meinem Lebenslauf zu sein. Doch ich bin stolz darauf, dass ich Facharzt für HNO/Plastische Operationen bin. Den Facharzt für Plastische Chirurgie gibt es erst seit dem Jahr 1993, zu diesem Zeitpunkt war ich bereits ärztlicher Direktor der Bodenseeklinik in Lindau. Und im Bereich der Ästhetischen Chirurgie habe ich eine über zehnjährige Ausbildung absolviert. Nach meiner chirurgischen Grundausbildung habe ich am Klinikum Großhadern der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität den Facharzt für HNO und Kopf-/Halschirurgie gemacht, weil mich immer das Gesicht am meisten faszinierte und weil es der schwierigste Teil in der Ästhetischen Chirurgie ist. Eingriffe der plastischen Gesichtschirurgie wie Nasenoperationen, Facelift oder Lidkorrekturen gehören zu den anspruchsvollsten in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie. Ich sehe immer wieder junge plastische Chirurgen, die an meiner Klinik hospitieren und keine Ahnung von Gesichts-OPs haben. Für mich ist die Nasenchirurgie, die schwierigste der Ästhetischen Chirurgie, eine Spezialität geworden, die mich dank meines HNO-Facharzttitels weit über die Grenzen Deutschlands auch international bekannt gemacht hat.
Die moderne Schönheitschirurgie ist ein Spiegel unserer Gesellschaft. Die Wertesysteme in Familie und Beruf, im Bereich von Geschmack und im Umgang miteinander sind völlig aus den Fugen geraten. Wir befinden uns in einer Zeit der verlorenen Ästhetik, der äußeren und inneren. Die groben Konturen des Verfalls sind in allen wesentlichen Bereichen unseres täglichen Lebens vermehrt festzustellen, weil ja alles miteinander verwoben ist. Begriffe wie Ehre, Respekt, Fleiß, Disziplin, Zuverlässigkeit, Courage, Treue und Solidarität erscheinen wie Relikte aus einer Vergangenheit.

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

"Warum ich dieses Buch schreibe: Die Schönheitschirurgie ist ein Spiegel der Gesellschaft."" Werner Mang

Sex sells, heißt es. Diese Erkenntnis stimmt nur bedingt. In Wirklichkeit ist es die Schönheit, die verkauft; sie ist der goldene Schlüssel für ein ganzes Leben. Gutes Aussehen, wie wir es, entsprechend unserem, westlichen Empfinden, anstreben, ist ein Türöffner auf dem Weg zum Erfolg, vor allem beim spannendsten Aufeinandertreffen in unserem Dasein: der Begegnung von Frau und Mann. Schöne Menschen sind da klar im Vorteil, so erbarmungslos sind nun mal die Regeln der Auswahl, der Natur. Schönheit kennt - wie auch Intelligenz - keine Gerechtigkeit. Man hat sie, oder man hat sie eben nicht; ob verdient oder unverdient, spielt nicht die geringste Rolle. Ohne Unterschiede - von Schön und Hässlich, von Arm und Reich - käme es zum Stillstand. Es gäbe keine Konkurrenz, keinen Wettkampf mehr. Wenn wir alle reich wären, wären wir alle arm.
Das positive Unterscheidungspotenzial steuert den Erfolg. Allerdings: Wer hässlich ist und nichts dagegen unternimmt, bleibt in den allermeisten Fällen auf der Strecke. Das ist bitter, aber harte Realität. Schönheit ist ein Kapital, das die Laufbahn bestimmt und bestechend wirkt. Das fängt schon in der Familie an, wo hübsche Kinder wegen ihres süßen Auftretens bevorzugt werden. Das ist in der Schule so und auch im Beruf. Schönheit, oder sagen wir besser Attraktivität, weckt Sympathie, und Sympathie beschleunigt den Aufbau von Vertrauen. Bei jedem Neubeginn, ob im Privatleben oder im Beruf, steht die Attraktivität im Vordergrund. Erst dann kommen die inneren Werte, die Qualitäten des Restmenschen. Es ist wie mit der Verpackung von Produkten: Zu einer Praline greift man ohne zu zögern, wenn sie appetitlich eingewickelt ist und einen leckeren Inhalt verspricht.
Schönheit hat also etwas mit sozialem Erfolg zu tun. Wer jung und schlank daherkommt, mit harmonischen Gesichtszügen, dem werden Eigenschaften wie Gesundheit, Willenskraft und Erfolgsorientiertheit einfach so zugeschrieben. So betrachtet, hat Schönheit durchaus einen Wert, den man in Geld ausdrücken könnte - wie es bei hoch bezahlten Topmodels der Fall ist. Aber was ist ein schönes Gesicht? Wissenschaftler sind der Frage mit Hilfe von digitaler Bildbearbeitung auf den Grund gegangen. Um ein Abbild idealer Proportionen zu schaffen, reicht es aus, Daten vieler realer Gesichter in den Computer einzugeben. Der rechnet dann, Pixel für Pixel, die Durchschnittswerte aus. Lange Nasen, Pickel, fliehende oder spitze Kinne und Hamsterbacken verschwinden so wie von Geisterhand. Ist Schönheit doch nur ein statistischer Mittelwert?
Unser ganzes Leben verläuft in jeder Schattierung nur durch gezielte Nachbehandlung erfolgreich: In der Ausbildung durch Lernen, im Sport durch Training, im Beruf durch Fortbildung, Taktieren, Jobwechsel. Und in der Schönheit durch Aufbesserungen mit Fitness, Diäten, Mode, Kosmetik - und bisweilen durch meine Wenigkeit.

Professor Mang - "King of Nose"

An dieser Stelle möchte ich mich vorstellen. Mein Name ist Werner Mang. Ich bin Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohren-Heilkunde/ Plastische Operationen und Professor der Medizin. Seit 1990 leite ich die Bodenseeklinik in Lindau, die als größte Schönheitsklinik Europas gilt. Mit über 3000 Eingriffen im Jahr dürfte unsere Fachklinik eine der bedeutendsten für Schönheitsoperationen auf dem Globus sein. In der deutschen Presselandschaft werde ich gelegentlich von den unterschiedlichsten Organen als "Schönheitspapst" ("Das Goldene Blatt") oder als "Falten-Terminator vom Bodensee" ("Der Spiegel") bezeichnet, was meine Mitarbeiter, meine Familie und ich eher schmunzelnd zur Kenntnis nehmen.
Der Stellenwert der Schönheit ist traditionell besonders hoch beim Medium Film. Kein Gesicht, das nicht geschminkt und technisch nachgebessert wird. Keine Kulisse ohne verschönernde, unterstützende und manchmal auch überzeichnende Eingriffe. Diese Unterstützung gestehe ich auch dem Körper eines Menschen zu. In unserer Klinik nehmen wir, neben Rekonstruktionen nach Unfällen und Krebserkrankungen, unter anderem Nasen- und Brustoperationen, Facelifting, Lidkorrekturen, Fettabsaugung, Faltenunterspritzung, Oral- und Venenchirurgie, Haartransplantationen, Bauchdecken-, Oberarm- und Oberschenkelstraffung vor. Um es unmissverständlich zu sagen: Ich verdiene meinen Lebensunterhalt als Schönheitschirurg. Und ich versuche, das medizinisch Machbare zu unternehmen, damit sich die Patientinnen und Patienten wieder glücklicher fühlen. Ich will regulieren, reparieren, Unzulänglichkeiten korrigieren, aber ich will niemanden auf dieser Welt tunen oder designen, wie es manche Kollegen in den USA machen.
Es ist grauenhaft, was sich inzwischen auf dem Sektor der Schönheitschirurgie und Schönheitsreparatur abspielt, wie dieser Teil unserer Kultur hemmungs- und bedenkenlos, unmenschlich und vor allem unnatürlich ausufert. Heerscharen von bemitleidenswerten Zombies, verunstaltet von gewissenlosen Ärzten, werden auf die Menschheit losgelassen, die so etwas teilweise noch schön und erstrebenswert findet. Wegen solcher Fehlentwicklungen habe ich dieses Buch geschrieben.
Immer wieder wird mir von den lieben Kollegen, die sonst wenig Skrupel haben, vorgeworfen, ich sei nur HNO-Arzt. Das scheint für viele, von Neid und Missgunst zerfressenen, Ärzte der einzige Schwachpunkt in meinem Lebenslauf zu sein. Doch ich bin stolz darauf, dass ich Facharzt für HNO/Plastische Operationen bin. Den Facharzt für Plastische Chirurgie gibt es erst seit dem Jahr 1993, zu diesem Zeitpunkt war ich bereits ärztlicher Direktor der Bodenseeklinik in Lindau. Und im Bereich der Ästhetischen Chirurgie habe ich eine über zehnjährige Ausbildung absolviert. Nach meiner chirurgischen Grundausbildung habe ich am Klinikum Großhadern der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität den Facharzt für HNO und Kopf-/Halschirurgie gemacht, weil mich immer das Gesicht am meisten faszinierte und weil es der schwierigste Teil in der Ästhetischen Chirurgie ist. Eingriffe der plastischen Gesichtschirurgie wie Nasenoperationen, Facelift oder Lidkorrekturen gehören zu den anspruchsvollsten in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie. Ich sehe immer wieder junge plastische Chirurgen, die an meiner Klinik hospitieren und keine Ahnung von Gesichts-OPs haben. Für mich ist die Nasenchirurgie, die schwierigste der Ästhetischen Chirurgie, eine Spezialität geworden, die mich dank meines HNO-Facharzttitels weit über die Grenzen Deutschlands auch international bekannt gemacht hat.
Die moderne Schönheitschirurgie ist ein Spiegel unserer Gesellschaft. Die Wertesysteme in Familie und Beruf, im Bereich von Geschmack und im Umgang miteinander sind völlig aus den Fugen geraten. Wir befinden uns in einer Zeit der verlorenen Ästhetik, der äußeren und inneren. Die groben Konturen des Verfalls sind in allen wesentlichen Bereichen unseres täglichen Lebens vermehrt festzustellen, weil ja alles miteinander verwoben ist. Begriffe wie Ehre, Respekt, Fleiß, Disziplin, Zuverlässigkeit, Courage, Treue und Solidarität erscheinen wie Relikte aus einer Vergangenheit.

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