Schon das geschmackvolle Cover von Cleo Sorels Debüt „Verlockende Lust“ lässt auf ein ebensolches Leseerlebnis hoffen. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. In zwölf Erzählungen begegnet man Menschen unterschiedlichen Alters, in verschiedenen Lebenssituationen, mit individueller Lebens- und Liebeserfahrung. Oft mitten aus dem Alltäglichen heraus gleiten die Geschichten in sinnliche Erotik und zeigen so, wie vielfältig die Lust jederzeit präsent seien kann. Mit Worten schwelgend, spricht die Autorin alle Sinne an, lässt jedoch auch Platz für die eigene Fantasie, so dass jeder sein persönliches Kopfkino zelebrieren kann, was doch gerade der weiblichen Leserschaft gefallen dürfte. Da geht es mal derber, mal liebevoller zu, mal steht die Freude an und für sich selbst und den eigenen Körper im Vordergrund, überwiegend aber das Finden zweier Liebenden oder sich begehrenden Personen. Dass sich die Schicksale ihrer Protagonisten im Verlauf aller Erzählungen wie ein Spinnennetz miteinander verweben, mag ein stilistisches Schmankerl sein, lässt aber wiederum ein Weiterspinnen der eigenen Gedanken zu, niemand steht für sich allein, erst die Beziehungen der Menschen untereinander machen das Leben, die Liebe und die Lust spannend. Und so lädt dieses Buch gleichsam zu prickelnder wie entspannter Lektüre ein, kurzweilig und anregend.