Die Polizei sucht den Mörder einer Prostituierten. Warum ausgerechnet Mr. Hire beschattet wird, ist nicht ganz klar. Vielleicht liegt es daran, dass er bereits einmal wegen eines Sittlichkeitsdelikts hinter Gittern saß. Oder daran, dass seine derzeitigen Geschäfte sich hart am Rande der Legalität bewegen. Mr. Hire weiß wohl um seine Beschatter. Aber er schweigt. Er kennt den wahren Täter, hat sich jedoch in dessen Freundin verliebt. Und je näher er das Mädchen kennenlernt, desto sicherer ist sich Mr. Hire, dass sie mit ihm gehen wird, in die Schweiz, dorthin, wo weder Polizei noch Freund sie finden können. Doch die seltsame „Verlobung" findet nur im Kopf des einsamen Mannes statt. Und als er aus seinem Traum erwacht, kommt es zur Katastrophe.
Die Geschichte variiert Simenons Lieblingsthema vom kleinen, einsamen Mann, der mehr durch Zufall denn durch Eigenverschulden aus der Bahn geworfen wird. Die Tristesse des Alltags, die Schicksalsergebenheit des Protagonisten und Hoffnungslosigkeit reizt Simenon hier tiefer aus als je zuvor. Dabei ist der im Frühjahr 1933 entstandene Roman alles andere als ein Meisterstück. Wie selten sonst ringt er immer wieder mit der Erzählperspektive. Als gelänge es ihm nicht, sich auch nur in eine seiner Figuren hineinzuversetzen, tritt er immer wieder zurück, schaut sie von außen an, beschreibt ihr Auftreten, um dann wieder ihre Gefühlswelt anzutasten. Diese häufigen Sprünge der Perspektive sind ärgerlich und lassen den Verdacht auftauchen, es handle sich bei dem Roman um ein erst später wieder herausgekramtes Skript aus der Zeit erster Schreibversuchen.
Berühmt wurde das Buch denn auch nicht aus eigener Kraft, sondern dank der genialen Verfilmung durch Patrice Leconte, der sämtliche Fehler und Probleme des Romans eliminierte und den roten Faden der Erzählung gekonnt herausschälte. Ein wenig von dieser atmosphärischen Dichte des Films findet sich auch im Roman selbst. Die Geschichte ist „typisch Simenon", der Stil liegt weit unter dem Können des Autors.