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Die Verlobung des Monsieur Hire
 
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Die Verlobung des Monsieur Hire [Taschenbuch]

Georges Simenon , Linde Birk
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 174 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: Neuausgabe. (November 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 325720681X
  • ISBN-13: 978-3257206814
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,4 x 1,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 666.883 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Es stellt sich natürlich die Frage, ob dauerhaftes Simenon-Lesen nicht einen ausgeprägten masochistischen Aspekt hat, vor allem in dieser geballten Form. Diogenes hat zum Beispiel im September/Oktober 1997 sieben Non-Maigrets ausgeliefert, die sich mit einer Ausnahme durch eine grundlegend pessimistische Weltsicht auszeichnen -- wie eigentlich fast alle Romane des Meisters, auch wenn das daherplappernde Feuilleton so gerne von seiner Liebe zum kleinen Mann und den ach so wichtigen leuchtenden Augenblicken spricht.

Monsier Hire ist ein einsam lebender Mann mittleren Alters, der seinen Lebensunterhalt mit einer selbstständigen Bürotätigkeit am Rande der Legalität verdient. Sein Tagesablauf ist durch ein sich stets wiederholendes Schema geprägt, vom Aufstehen, Anziehen, Arbeiten gehen, Essen, Schlafen gehen -- bis hin zu seiner Zeit am Fenster seines möbelierten Zimmers, die er der Beobachtung des jungen Dienstmädchens Alice widmet.

Daran hätte sich nichts geändert, wäre nicht plötzlich im Viertel ein Mord passiert, und wären Alice und M. Hire nicht die Einzigen, die den Täter kennen. Diese Komplizität führt zu einer auf den ersten Blick wechselseitigen Begehrlichkeit, die das Leben des einsamen Herren völlig aus den Angeln hebt, ihn zu einem Schritt veranlasst, den ihm wohl niemand zugetraut hätte -- am wenigsten er sich selbst. Was dann folgt, soll nicht verraten werden. Der Schluss wird allerdings endgültig mit den vielerorts herbeiphantasierten Vorstellungen von der positiven Weltsicht Simenons aufräumen. Der Autor ist gerade 30 Jahre alt, als Monsier Hire entsteht, und der Roman ist das Werk eines erschreckend abgeklärten Menschen. --Hannes Riffel

Kurzbeschreibung

Monsieur Hire lebt zurückgezogen in einem zweitklassigen Hotel, vertreibt sich die Zeit mit kümmerlichen dunklen Geschäften - und er beobachtet Abend für Abend Alice, das junge Dienstmädchen von gegenüber. Er verliebt sich in das Mädchen, doch sie hat einen Freund. Und als eines Tages in der Gegend ein Mord begangen wird, weiß nur Monsieur Hire, wer es gewesen ist ...
"Simenon, auf dem Höhepunkt seines literarischen Strebens angekommen, spürt hier den Urinstinkten und -motivationen menschlichen Handelns, vielmehr Verhaltens, nach." (Tages-Anzeiger)
"Zur Verfilmung: Die größte Entdeckung der 42. Internationalen Filmfestspiele von Cannes: 'Monsieur Hire' von Patrice Leconte." (Süddeutsche Zeitung)
"Zur Verfilmung: Ein psychologisches Kabinettstück ersten Ranges, konzis ohne überflüssige Mätzchen und hervorragend gespielt von Michel Blanc, bleichgesichtig, verschlossen in seiner Gelassenheit, aber innerlich zitternd, und von Sandrine Bonnaire, die ihre Rolle von aller Flittchenhaftigkeit freizuhalten weiß." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)Georges Simenon (1903-1989) wurde in Lüttich geboren und lebte ab 1957 in der Schweiz. Er gilt als einer der besten französisch-sprachigen Kriminalautoren.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
eine Menschenjagd 23. November 2007
um eine Menschenjagd geht es hier. Monsieur Hire hat sich nichts zu Schulden kommen lassen, aber er ist ein Sonderling, der unter vielen Zwängen lebt und in seinem Leben nichts zustande bringt. Er verdient seinen Lebensunterhalt mit kleinen Gaunereien. Als in der Nachbarschaft eine Prostituierte ermordet wird, fällt der Verdacht auf ihn.
Zu Beginn teilt man selbst den Verdacht. Simenon vollbringt im Verlauf des Buches das Kunststück, dass wir uns beim näheren Kennenlernen der Person des Mousieur Hire plötzlich auf seiner Seite wiederfinden, auf der Seite dessen, dem so viel Ungerechtigkeit widerfährt und der stets unverstanden bleibt, dem seine Umwelt nur mit Verachtung entgegentritt.

Allein schon das Erlebnis, sich in die eigenartigen Welt des Monsieur Hire versetzen zu lassen ist es wert, dieses leise und wunderbar unaufdringliche Buch zu lesen.
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Geradlinige Geschichte 14. Januar 2000
Von Ein Kunde
Ein Vorort von Paris: eine Prostituierte ist ermordet worden. Monsieur Hire wird verdächtigt. Ein kleiner dicker Mann mit einem gekräuselten Schnurrbart. Jeden Morgen geht er mit der Aktentasche aus dem Haus und kommt am Abend zurück. Sonst weiß man nichts von ihm. Es gibt auch keine Indizien, die gegen ihn sprechen, aber einer muss es ja gewesen sein. Dieser Sonderling ist sowieso allen irgendwie unheimlich. Die Polizei ermittelt; er muss nur noch überführt werden, möglichst schnell, damit wieder Ruhe einzieht ins Viertel. Erzählt wird die Geschichte Monsieur Hires, dessen heimliche Leidenschaft es ist, nachts im dunklen Zimmer hinterm Fenster stehend, das schöne Dienstmädchen von gegenüber zu beobachten. Als diese ihm ihrerseits Zuneigung signalisiert, gerät er in den Strudel der Ereignisse...

Georges Simenon, vor allem durch seine Kommissar-Maigret-Erzählungen bekannt geworden, stellt in diesem Roman nicht die meisterhafte Aufklärung eines Kriminalfalles dar, sondern der Kriminalfall dient als Hintergrund und Auslöser der Geschehnisse. "Die Verlobung der Monsieur Hire" trägt novellenhafte Züge, eine unglaubliche Begebenheit, klar und schnörkellos erzählt, die den Leser in ihren Bann zieht, ihn gleichsam zum Voyeur macht, welcher das Treiben aus sicherer Entfernung mitverfolgt. Und auch wenn man den Ausgang der Geschichte kennt, verliert sie nichts von ihrer Wirkung; ein Buch, das man auch ein zweites und drittes Mal liest... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Polizei sucht den Mörder einer Prostituierten. Warum ausgerechnet Mr. Hire beschattet wird, ist nicht ganz klar. Vielleicht liegt es daran, dass er bereits einmal wegen eines Sittlichkeitsdelikts hinter Gittern saß. Oder daran, dass seine derzeitigen Geschäfte sich hart am Rande der Legalität bewegen. Mr. Hire weiß wohl um seine Beschatter. Aber er schweigt. Er kennt den wahren Täter, hat sich jedoch in dessen Freundin verliebt. Und je näher er das Mädchen kennenlernt, desto sicherer ist sich Mr. Hire, dass sie mit ihm gehen wird, in die Schweiz, dorthin, wo weder Polizei noch Freund sie finden können. Doch die seltsame „Verlobung" findet nur im Kopf des einsamen Mannes statt. Und als er aus seinem Traum erwacht, kommt es zur Katastrophe.

Die Geschichte variiert Simenons Lieblingsthema vom kleinen, einsamen Mann, der mehr durch Zufall denn durch Eigenverschulden aus der Bahn geworfen wird. Die Tristesse des Alltags, die Schicksalsergebenheit des Protagonisten und Hoffnungslosigkeit reizt Simenon hier tiefer aus als je zuvor. Dabei ist der im Frühjahr 1933 entstandene Roman alles andere als ein Meisterstück. Wie selten sonst ringt er immer wieder mit der Erzählperspektive. Als gelänge es ihm nicht, sich auch nur in eine seiner Figuren hineinzuversetzen, tritt er immer wieder zurück, schaut sie von außen an, beschreibt ihr Auftreten, um dann wieder ihre Gefühlswelt anzutasten. Diese häufigen Sprünge der Perspektive sind ärgerlich und lassen den Verdacht auftauchen, es handle sich bei dem Roman um ein erst später wieder herausgekramtes Skript aus der Zeit erster Schreibversuchen.

Berühmt wurde das Buch denn auch nicht aus eigener Kraft, sondern dank der genialen Verfilmung durch Patrice Leconte, der sämtliche Fehler und Probleme des Romans eliminierte und den roten Faden der Erzählung gekonnt herausschälte. Ein wenig von dieser atmosphärischen Dichte des Films findet sich auch im Roman selbst. Die Geschichte ist „typisch Simenon", der Stil liegt weit unter dem Können des Autors.

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