Eine schöne Geschichte. Nur der Stil gefällt mir nicht so gut. Muss mich da meinen Vorrezensenten anschließen. Die Handlung springt oft hin und her, es gibt Lücken und es ist schwer, dem Ganzen zu folgen. Auch werden Orte und Personen nicht wirklich gut beschrieben. Ich kann mir, z.B. nicht richtig vorstellen, wie Jessica und Myra aussehen. Die Erzählung wirkt über weite Strecken skizzenhaft. Ganz im Gegensatz zu den letzten Kapiteln des Buches. Da kommt dann eine andere erzählerische Qualität zu Tage, die so gar nicht zu den Kapiteln davor passen will. Als hätte es jemand anderes geschrieben, oder es war schon vor dem Rest fertig.
Was mir aber gut gefallen hat, ist die Selbstverständlichkeit, mit der lesbische Liebe hier geschildert wird. Ganz unverkrampft. Jessica liebt Myra. Myra auch, traut sich aber nicht (gleich). Fertig. Auch schön zu lesen, dass Liebe auch was mit Begehren zu tun hat und dabei auch andere Körperteile als Augen und Hände beteiligt sind. Endlich-endlich-endlich.
Wie furchtbar clean so manch andere Geschichte sonst daherkommt. Da schaffen es die "Heldinnen" gerade mal bis zum Augenverdrehen und Händchenhalten und kriegen davon dann die grosse Sinnkrise. Also, alles in allem lesenswert.