Wenn man hier die Kurzbeschreibung des Buches liest, rechnet man mit ein klein wenig Magie, doch das, was auf den Leser wirklich zukommt, kann sich der dadurch nicht einmal ansatzweise vorstellen.
Drei Frauen mit Hunde kommen bei einem von Göttin Kammani geplanten Hundekurs zusammen und entdecken daraufhin, dass sie ihre Hunde sprechen hören. Nach und nach kommen die Drei dahinter, was in der Stadt vor sich geht: Kammani ist eine 4000 Jahre alte Göttin, die plötzlich auferstanden ist und nun die Welt beherrschen möchte. Dazu braucht sie Anhänger, die sie anbeten und ihr Dienen, und vor allem auch die drei Frauen, die Nachkommen ihrer einstigen Priesterinnen und somit Göttinnen sind...
Diese Geschichte ist dermaßen realitätsfremd, obstrus, grotesk, skurril und an den Haaren herbeigezogen. Es geht um eine herrschsüchtige, tablettenabhängige, übergewichtige Göttin, die meint, von Menschen gerufen worden zu sein, dabei wurde sie versehentlich durch Tippfehler in Google zum Leben erweckt. In der Geschichte kommen nicht nur sprechende Hunde vor, sondern auch männliche (Sex)Götter, die Blitze ausschleudern, magische Tonika, Kekse, die Wolllüstigkeit erzeugen und Mathematik-Professoren, die Stimmen hören.
Das kommt den Menschen in dem Buch zwar anfangs komisch vor, aber wie bei Kafka, nehmen sie den Zustand bald hin. Als dann eine der sieben Priesterinnen Kammanis getötet wird, ist das auch völlig normal. Die drei Hauptpersonen trauern zwar ein wenig, aber das war's.
Zum Schluss wird es total grausig, da dreht die Göttin in ihrem Machttrip völlig durch und will ihren Opfergott töten, da spritzt das Blut dann nur so herum...
Wenn der Schluss nicht so dermaßen abgehoben und heftig und gleichzeitig plump und kindisch wäre ("Charmed" lässt grüßen), hätte ich mich dazu hinreißen lassen, 2 Sterne zu vergeben. Denn: Wenn man einmal von der skurrilen Geschichte absieht, ist das Buch passagenweise wirklich nett zu lesen und durchaus (wort)witzig. Diesbezüglich habe ich schon schlimmere Bücher gelesen, aber 443 Seiten mit dem Göttinnen-Blödsinn ist dann einfach zu viel.
Damit der Frust nach der Lektüre nicht so groß ist, wie bei mir, kann ich Fans von Romanen a la Kinsella und Co nur empfehlen, sich ein anderes Buch zu suchen.
Wer sich allerdings auf eine abgehobene Geschichte mit einer machtbesessenen Göttin einlassen kann und möchte, dem dürfte das Buch gefallen, denn wie gesagt: Stellenweise ist es witzig und auch romantisch.