Von diesem Buch kann ich nur abraten. Es ist eins der wenigen Bücher, die ich nicht zuende gehen lesen habe - und ich bereue jeden Cent der 3¤ die ich für dieses Mängelexemplar ausgegeben habe.
Zunächst einmal aber 2 Dinge die mir positiv aufgefallen sind (ja es gibt tatsächlich 2 Kleinigkeiten): Die Idee mit Freya und Odin zu Beginn des Buches fand ich ganz witzig. Zum anderen ist dies endlich mal ein Roman aus dem 19. Jahrhundert der nicht an Königshöfen oder bei Adeligen spielt sondern auf einem Gutshof, bei dem ausserdem das Gesinde eine betrachtliche Rolle spielt. Schade, dass diese beiden, wie ich finde schönen Ansätze, durch die Handlung zu nichte gemacht werden.
Jetzt zum negativen Teil: Die Hauptperson Maribel verliert durch die Folgen eines Betrugs ihres Freundes Boris (den sie zwar erst einen Monat kennt aber dem sie natürlich schon ihre Bankzugangsdaten gegeben hat...) ihre Wohnung, ihr Kapital und ihre Arbeitsstelle. Aber statt wütend auf ihn zu sein, heult sie ihm die ganze Zeit nach!!Hallo? Welcher normale Mensch verhält sich bitte so? Allerdings fiel der Autorin wohl kein plausibeler Grund ein, warum Maribel ihre Arbeitsstelle verlieren sollte, also bekommt Maribel auf der Arbeit einen völlig überzogenen Hassanfall auf Männer - der überhaupt nicht zu ihrem vorherigen Verhalten passt - , woraufhin Kunden vergrault werden und sie gefeuert wird. Anschließend darf sie dann aber wieder Boris nachjammern...
Nachdem der Hauptperson nun ihre ganze Lebensgrundlage inklusive ihrem Geld genommen wurde - Freunde zu denen sie gehen kann hat sie nicht, was mich ehrlich gesagt nicht verwundert -, ist sie nicht etwa deprimiert oder plant was sie jetzt tun soll, nein, natürlich geht sie erst mal in das teuerste Restaurant der Stadt um nochmal ordentlich Geld auszugeben. Glücklicherweise bekommt sie schnell ein Angebot als Hausmeisterin, das sie annimmt, obwohl sie null Ahnung hat. Wer würde denn den Job eines Hausmeisters, der doch gewisse technische Fähigkeiten vorraussetzt einer völlig ahnungslosen Frau abieten?
Irgendwann auf der Suche nach Boris landet die gute Maribel dann im Jahr 1813. Ich hoffte wirklich, dass das Buch besser werden würde. Leider gabs eine herbe Entäuschung. Statt sich erstmal in die neue, unbekannte Situation einzufinden und zu beobachten tritt die Hauptperson in jedes Fettnäpfchen, das sich ihr bietet. Sie ist unfähig zu bemerken, dass in anderen Jahrhunderten andere Gebräuche und Sitten herrschen. Hier findet sie auf einmal ihren Stolz wieder, von dem in der Situation mit Boris nicht ein Quäntchen zu spüren war, und müpft gegen alles und jeden auf. Dies tut sie in schrecklich dummer Elefant-im-Porzellanladen-Manier, dass sich mir die Nackenhaare gesträubt haben. Spätestens jetzt gab ich die Hoffnung auf, doch noch irgendwann ein Fünkchen Sympathie für diese Person empfinden zu können - es half nicht mal, dass sie ab und an auch versuchte Menschen im 19 Jh. zu helfen - und hörte entnervt auf zu lesen.
Meine Empfehlung: Hände weg!