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Das Ergebnis ist bekannt. Der Hamburger hat zwar Deutschland verändert, aber die Wiedervereinigung konnte er nicht höchstpersönlich herbeizaubern. Kaum jemand weiß, woran das lag: an den Sternen -- und an ein paar Stunden Zeitverschiebung. Das dachte jedenfalls Axel Caesar Springer, dessen Caesar nicht vom gleichnamigen Imperator stammt, sondern von einem Dichter, den seine Mutter mochte: Caesar Flaischlen ("Hab' Sonne im Herzen").
Wenn große Dinge anstanden, ließ sich Springer ein Horoskop erstellen. Auch vor seiner Moskaureise. Nur hatte der Astrologe vergessen, die Zeitverschiebung zwischen Deutschland und dem Sowjetreich zu kalkulieren. Deshalb war das Horoskop wertlos, und deshalb misslang das Gipfeltreffen. So dachte Springer.
Die Moskau-Anekdote in diesem Buch ist bizarr, aber typisch für das Leben der deutschen Verlegerlegende. Einerseits mächtiger Medienmagnat -- andererseits ein mächtig schräger Vogel. Auf Letzteres richtet dieses Buch sein Augenmerk und amüsiert so den Leser. Den schwierigen, weil so vielschichtigen Fall Axel Springer löst der Autor mit einem saftigen, sehr persönlichen Porträt.
Was in Springer-Zeitungen unter der Rubrik "Vermischtes" steht, läuft hier über fast jede Seite eines bunten Buchs. Macht nichts, dass es schon sechs Jahre alt ist. Denn so viele Storys über den spleenigen Springer konnte seither niemand mehr sammeln. Autor Jürgs ist ein Topjournalist, Ex-Chefredakteur von stern und Tempo -- und ein exzellenter Spürhund.
Den zehnten Todestag von Springer wartete er ab, dann nahm er die Fährte des missionarischen Verlegers auf. Er fand die spannenden Spuren einer faszinierend zwiespältigen Person. Mit Bild die mächtigste Zeitung Deutschlands gegründet -- doch, so sagte Springer, "ich leide wie ein Hund darunter".
Sein erstes Druckwerk nach dem Krieg war ein Kalender: "Besinnung. Ewige Worte der Menschlichkeit." Konservative Produkte auf der einen Seite, mit denen er Terroropfer und Hassfigur einer ganzen Generation wurde ("Enteignet Springer!") -- aber im Privatleben ein Playboy: fünf Ehefrauen, unzählige Geliebte und Kurtisanen.
Wie bekam der Autor seine teilweise extrem intimen Informationen? Er befragte Medienleute, und die schwatzen besonders gerne. Doch Medienleute wissen auch besonders gut, wie viel Ärger das bringen kann, wenn es gedruckt wird. Deshalb wollten viele anonym bleiben.
Aufgrund der vielen ungenannten Quellen wirkt das Buch streckenweise wie aus der Rubrik "Klatsch und Tratsch". Wer aber keine trockene und tief greifende medienpolitische Analyse erwartet, sondern eine bunte Biografie, der wird dieses Buch lieben. --Frank Rosenbauer
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Spannendes Thema - schlecht dargestellt.,
Rezension bezieht sich auf: Der Verleger - Der Fall Axel Springer (Taschenbuch)
Um es vorweg zu sagen: Dieses Buch ist definitiv nicht empfehlenswert. Gekauft hatte ich mir dieses Buch, weil ich mich für eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema RAF auch über den Verleger Axel Spinger informieren wollte. Dazu war ein sogenanntes wissenschaftliches Werk nicht nötig. Das es der Autor dieses Werkes jedoch schaffen würde, sprachlich sogar das Bild-Niveau zu unterschreiten hatte ich nicht erwartet. So scheint Michael Jürgs zum Beispiel von grammatikalisch vollständigen Sätzen ebensowenig zu halten, wie von einer einigermaßen korrekten Interpunktion. Dies führt dazu, dass der Sinn seiner Sätze oftmals nicht auf den ersten Blick zu entschlüsseln ist. Als ob das noch nicht genug gewesen wäre, musste ich feststellen, dass ich mit der Kurzbiographie über Axel Springer auf den Seiten des Internetlexikons "Wikipedia" mehr Informationen erhalten hätte, als mir durch die rund 400 Seiten des Jürgs`schen Werkes geboten wurde. Am negativsten aber ist die Gliederung dieses angeblichen "Topjournalisten" zu bewerten: In diesem Punkt muss ich mich anderen Rezensenten auf dieser Seite anschließen: einen roten Faden gibt es in diesem (Mach-)werk nicht!Da mein Interesse an der spannenden Figur Axel Springer noch nicht erloschen ist, werde ich mir nun eine andere Biographie über diesen Menschen zulegen. Allen anderen möchte ich jedenfalls vom Kauf DIESES Buches hier abraten! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Rasant am Thema vorbei,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Verleger - Der Fall Axel Springer (Taschenbuch)
Immer dasselbe: Jürgs entwirft zu Beginn mit groben Strichen ein Psychogramm der Hauptperson. Und dann passt auf den weiteren vielen Seiten alles, was sie je so getrieben hat, immer ganz wunderbar zu allem, was so war. Springer war ein selbstverliebter Geck mit Messias-Komplex. Wurde eigentlich nie erwachsen. Dafür sagenhaft reich, weil er die Gunst der Stunde Null nutzte. Mag ja alles sein. Wenn man die Person Springer und vor allem die Reaktion Nachkriegsdeutschlands auf ihn jedoch wirklich verstehen wollte, müsste Jürgs darüber auch etwas analytischer und ausführlicher zu sprechen kommen. So sehen wir Springers Leben und Zeit bloß in leicht zu kauende Häppchen zerteilt. Wieso diese Type so "groß" wurde, sehen wir Nachgeborenen nicht.
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20 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Mit viel TEMPO in den STERNenhimmel,
Von alex.kappes@gmx.de (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Verleger - Der Fall Axel Springer (Taschenbuch)
Man könnte es das Hoeness-Syndrom nennen: Wie der heutige Wurstfabrikant und Fußballvermarkter Ulrich H. in der berühmtesten Szene seiner sportlichen Laufbahn einen kraftvollen Elfmeter deutlich oberhalb der Latte platzierte, so nimmt auch Michael Jürgs, der Ex-Chefredakteur der Boulevardlegenden TEMPO bzw. STERN, in seiner Biographie über Axel Springer sehr viel Anlauf, um mit sehr viel Kraft und beachtlichem Talent das Ziel weit zu verfehlen. Mit anderen Worten: Michael Jürgs hat, wie Andy Brehme sagen würde, eine große Schangse verspielt.Denn Axel CAESAR Springer bietet genau den Stoff, aus dem glänzende Biographien sind. Schließlich war Springer der most hated man jener Generation, die heute die Regierungsbank drückt. Anno 68 war Springer nichts geringeres als der Inbegriff des bösen Kapitalisten und Volksverhetzers, den die Auflage von "BILD", "HÖRZU" und all den anderen Druckerzeugnissen seines Presse-Imperiums mehr beschäftigte als der moralische oder informative Wert von Sensationsgeschichten, mit denen er sein Vermögen verdiente. Springers Leben lieferte alle Zutaten für eine monströse Seifenoper: Extremer Reichtum, extreme Eitelkeit, extremes Sendungsbewusstsein, extremer Frauenverschleiß, extremer Größenwahn. Eigentlich könnte man da als Biograph gar nichts falsch machen. Michael Jürgs schafft es trotzdem, diese Steilvorlage zu vermasseln. Und der Grund ist ganz einfach: Jürgs fehlt der Überblick. Seine Pässe kommen nicht genau auf den Mann. Er spielt zu schlampig. Zu hektisch. Mit anderen Worten: Ihm fehlt die Souveränität. Jürgs ist kein lässiger, eleganter Spielmacher, der für Ordnung sorgt und exakt in den entscheidenden Momenten das Tempo beschleunigt oder eben drosselt. Nein, Jürgs ist eher ein Wadenbeißer. Er ist wahnsinnig fleißig und geht voll in die Zweikämpfe rein. Aber leider hat er halt nicht die nötige Technik, um den Ball wirklich zu beherrschen. Jürgs rennt blindwütig gegen den verhassten Gegner an, er begeht permanent unsinnige Fouls und verstolpert seine Chancen selbst dann, wenn er alleine vor dem leeren Tor steht. Was eigentlich schade ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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