musikalisch entzieht sich der neue Longplayer von Gustav aka Eva Jantschitsch wie auch schon "Rettet die Wale" weider einmal jeder Kategorie. Hier werden Blaßorchester mit Chansonromantik, Klassik mit electro-gefrikel oder punkrock-Elemente mit Werbe-Jingles gemeinsam in einen Topf geworfen und kräftig durchgerührt. Diese wilde Mischung allein vermittelt dem Hörer schon das Gefühl das hier irgendwas nicht stimmt, hier ist etwas aus seiner Verankerung gerissen worden, und trotzdem ist es das Gleiche geblieben. Die Ironie der eigenen Seifenblase in die jeder sein Leben hineinbastelt wird in dieser fragmentierten Form zum Gegenstand einer ungewohnten Betrachtungsweise auf (scheinbar) völlig natürliche Zusammenhänge.
Dabei vermitteln die Texte polarisierende, antagonistische, politische, individualistische und gesellschaftskritische Botschaften, die einmal mehr Sand in das Getriebe der Alltäglichkeit rieseln lassen.
Die Musik genauso wie die Texte auf "Verlass die Stadt", die wieder teilw. auf Englsich und Deutsch eingesungen wurden, verweisen, mal ironisch, mal lakonisch aber niemals hoffnungslos auf den Status Quo im Kochtopf des eigenen Lebens, verbunden mit der Aufforderung mal einen Löffel zu nehmen und abzuschmecken was man denn da gerade zusammenbraut, im Zweifelsfall selbst nach Salz und Pfeffer zu greifen oder gar eine weitere Zutat hinzuzufügen.
Jeden dem "Rettet die Wale" gefallen hat kann ich diese CD bedenkenlos ans Herz legen, allen anderen sei geraten erstmal reinzuhören da die Musik von Gustav (im positiven Sinne) anders ist und sich auch erst nach einer gewissen Auseinandersetzung mit ihr richtig enfalten kann.
Wir können nur hoffen das die Wartezeit auf Album Nummer drei nicht zu lange ist...