Ich habe dieses Buch bestellt, weil der Titel interessant klang, doch als ich es dann in Händen hielt, folgte zuerst einmal die große Enttäuschung: Die Angaben im Inhaltsverzeichnis sind bestenfalls kryptisch, schlimmstenfalls handelt es sich bei dem Buch ein verquastes Machwerk. Doch als ich dann mit Lesen begann, mußte ich meine Meinung radikal ändern: In jeder Zeile spürt man Peter von Matts profunde Kennerschaft nicht nur der deutschsprachigen, sondern der Weltliteratur - und er ist sich auch nicht zu fein, "banale" Unterhaltungsliteratur einzubeziehen. In einer Tour de Force durch die Weltgeschichte der Literatur, ausgehend von König David und seinem Sohn Absalom, analysiert er bekannte und unbekannte Werke unter dem Aspekt einer zerstörerischen Eltern-Kind-Beziehung. Das macht nicht nur Appetit aufs Neu- und Wiederlesen, sondern man lernt auf sehr unterhaltsame Weise viel über die Wirkungsweise von Literatur, und die Neuinterpretationen des Autors verblüffen. Allerdings ist der Stil nicht ganz einfach, man sollte über Erfahrung im Lesen wissenschaftlicher Texte verfügen.