"Um Lehrer sein zu können, reichen die Inhalte des Lehramtsstudiums bei Weitem nicht aus. Ein Lehrer muss nicht nur Persönlichkeit haben, sondern auch mit beiden Beinen im Leben stehen. Er muss Pädagoge, Praktiker und Philosoph zugleich sein, vor allem muss er zuerst einmal sich und dann auch die anderen Menschen lieben", schreiben die Autoren und erfahrenen Lernberater in ihrem evolutionärem Buch, das in den auf wenigen Seiten dargelegten Gedanken seinesgleichen sucht. Das lineare, autoritätsgläubige Denken und Verhalten ist nicht kreativ und gehört der Vergangenheit an. Wunderbar das Kapitel: "Das Gehirn - ein Orchester". "Man könnte das Gehirn mit einem Orchester vergleichen. Erst im Zusammenspiel aller Instrumente, kombiniert mit einem einzigen Solisten, bringt es einen ,göttlichen Sound` hervor. Pädagogik, wie wir sie verstehen, ist dabei die Orchestrierung des Gehirns. Sie ist angewandte Philosophie vom ,Leben als Lernen`. Die Pädagogen sind die Dirigenten, die diesen Klangkörper zum Klingen bringen sollten. Der Klang, der aus den Tiefen unserer menschlichen Herkunft kommt, verbindet sich mit den lieblichen Liedern einer Welt, die in das Morgen schaut."
Die Autoren widmen in ihrem Vorwort ihr Buch allen Menschen, die verkannt, nicht erkannt, nicht geachtet, verloren gegangen und gestrandet sind - in unserer Gesellschaft. Dieses kleine Meisterwerk der Evolutionspädagogik gehört als Pflichtlektüre in die Hände aller Eltern und Kulturpolitiker, die es auswendig lernen sollten, um ihr Verhalten dringend zu ändern.
Das Buch endet auf Seite 145 mit dem ermutigenden Zitat des berühmten Cellisten Pablo Casals (1876 - 1973): "Jedes Kind ist kreativ wie ein Künstler. Das Wesentliche, das wir uns fragen sollten, besteht darin, wie es ein Künstler bleiben kann, wenn es aufwächst."
Roland R. Ropers
Religionsphilosoph & Publizist