Was für ein Album! Wie kann man nur ein solch atmosphärisches Meisterwerk schaffen?! Eigentlich nur aufgrund positiver Kritiken gekauft (ich habe vorher NICHT reingehört), muss ich sagen, dass sich dieses Album einen Platz in meinem Herzen gesichert hat.
Doch der Reihe nach.
"Verisäkeet", was zu deutsch wohl so viel wie "Blutverse" heisst, fällt rein von der Optik her nicht besonders auf; das Cover ist zu 95% in einem schlichten schwarz gehalten, und nur ein gelber Moonsorrow - Schriftzug sticht hervor.
Ganz anders dagegen der Inhalt des Albums; im Gegensatz zur schlichten Hülle ist die Musik auf dieser CD einfach nur unbeschreiblich intensiv und vor allem episch.
Der Opener "Karhunkynsi" wird durch Vogelgezwitscher und -gekrächze eingeleitet, bevor leise im Hintergrund eine immer lauter werdende Geige einsetzt.
Plötzlich bricht eine Gitarrenwand los und kurz darauf brüllt ein Chor los, so als wären sie geradewegs mitten in einem Angriff und würden sich durch eben jenes Gebrülle gegenseitig aufpeitschen. Immer weiter geht es mit Gesang, Gitarrenfront, lautem Bass und intensiven Drumming, welche immer wieder durch kurze akkustische Passagen aufgelockert werden.
Dadurch wird das mitreissende Gefühl, was beim Anhören entsteht, nur noch verstärkt. Am liebsten würde man einfach einen tiefen Schluck aus seinem Methorn nehmen (aus der Flasche gehts auch, der Autor dieser Zeilen hats ausprobiert ;-)), die (Plastik-) Axt ziehen und mitgröhlen - wenn ide Texte nur nicht auf finnisch wären! Macht nix, dadurch gibts wenigstens einen kleinen Exoten - Bonus. Nach ca. 10 Minuten regiert das hemmungslose Schlachten-Geknüppele, spätestens jetzt wirft man Methorn (oder Flasche) beiseite und versucht, die Inneneinrichtung in einem Berserkerartigen Rausch zu zerlegen!
Dann endet das Lied mit einem Windrauschen, bevor es ohne irgendeine musikalische Lücke perfekt in den zweiten Track übergeht, in welchem anfangs Kampfgeräusche zu hören sind, welche von einer Akkustik - Klampfe begleitet werden.
Da, ein Schrei!! Und weiter geht es mit den epischen Gitarrenmelodien und dem stampfenden Drums. Auch dieser Titel strotzt nur so von Chören, ruhigen Parts, schönen Geigen-/Keyboardmelodien und ein dieses mal etwas langsameren Fellgedresche, bevor er immer leiser wird und mit "Pimeä" der dritte, wie die Vorgänger 14 Minuten lange, Song an der Reihe ist. Dieser bietet die gleichen Elemente wie seine beiden Vorgänger und setzt sie ebenso gut um wie diese, weshalb es müßig ist, weitere Worte dahin zu sabbern, wenn ich die Genialität der Lieder eh nicht richtig beschreiben kann.
"Jotunheim", sage und schreibe 20 Minuten lang, besticht durch sein ruhiges Intro, bevor es dieses mal etwas langsamer mit den Gitarren und Drums als gewohnt zugeht. Kein Wunder, schließlcih haben hier die Chöre eine noch dominantere Rolle eingenommen als zuvor auf dieser Scheibe.
Aber auch dieses Lied muss mal enden, und der ultimative Album - Rauswurf erfolgt durch "Kaiku", auf welchem Mundharmonikas, Flöten, sonstwas zu hören sind, während im Hintergrund das Lagerfeuer knistert. Dazu singt noch mal ein Männerchor, und der geneigte Hörer wird regelrecht dazu gezwungen, das weggeworfene Horn wieder aufzuheben, neu zu füllen und den gewonnenen Kampf gegen sein Zimmer zu besingen.
Fazit: Meisterwerk. Punkt.
Anspieltipps: Alle. Nochmal Punkt.