In Hjalmar Söderbergs "Verirrungen" erlebt der Leser zusammen mit dem Protagonisten, einem Medizinstudenten, den Stockholmer Frühling 1895. Tomas Weber ist ein junger Mann, der sich im ausgehenden 19. Jahrhundert verirrt, in den Armen von Ellen, in den Armen von Märta und fragliche Finanzgeschäfte mit einem Ziegelhändler eingeht.
"Verirrungen" ist ein sehr langsamer, doch kurzweiliger Roman, in dem man viel über den Stockholmer Alltag des Bürgertums erfährt, für dessen moralischen Verfall Tomas Webers Figur steht. Der Roman ist sehr angenehm zu lesen, die Beschreibungen von Charakteren, Landschaft und Handlungen anschaulich und malerisch, Bullerbü für Erwachsene, doch ein Spannungsbogen, wenn auch vorhanden, ist nicht spürbar.
Nette Lektüre zum Weglesen.