Mit ihrem Roman Verirrtes Herz vor legt die Ghanesin Amma Darko eine tragische Familiengeschichte vor dem Hintergrund einer weltweiten Bildungsmisere, die auf dem "Schwarzen Kontinent" besonders die Mädchen trifft.
Die prekäre wirtschaftliche Situation der Familie und die besonders auf dem Land weit verbreitete Zurückhaltung bei der Bildung und Ausbildung des weiblichen Nachwuchses lassen Kesewa, die Protagonistin des Romans, als Analphabetin aufwachsen. Als Kesewa schließlich bewusst wird, ihre Zukunft für die Ausbildung ihrer Brüder Joe und Samson geopfert zu haben und dafür mit Mühsal, Einsamkeit und Verachtung belohnt worden zu sein, schreitet sie zur verhängnisvollen Tat...
Vor dem Hintergrund von siebzig Prozent Analphabetinnen unter der weiblichen Bevölkerung Afrikas greift Amma Darko wieder ein heikles und brandaktuelles Thema auf.
Nicht mit der Qualität des Romans mithalten kann die Übersetzung. Bundesdeutscher Großstadt-Slang hat in Afrika nichts zu suchen, auch wenn es schwer ist, für die verschiedenen Sprachebenen im englischen Original deutsche Äquivalente zu finden. Hier sollte ein sprachlicher Weg ohne regionale Anklänge gefunden werden.