das Buch verwechselt Kommunikationspsychologie mit Verhandlung und zwar deshalb, weil auch im Medium der Kommunikation verhandelt wird. Aber auch dann, wenn die Kommunikationsprobleme gelöst sein sollten, ist ein Verhandlungsproblem noch nicht mal angesprochen. Verhandlungsprobleme liegen nicht in der Psyche der Personen, sondern in den Produktions- und Verteilungsbedingungen der Güter und Dienstleistungen, also in der Ökonomie und nicht in der Psychologie.
Der Inhalt hangelt sich weitgehend am "Harvard Verhandlungsmodell" lang, ohne die Diskussionsbasis zu verstehen, woran das Buch von Fisher u.a. nicht ganz unschuldig ist. Aber bereits das dort verwendete Kriterium einer vernünftigen Verhandlung bezieht sich ausschließlich auf Effizienz- und Verteilungsprobleme: Pareto-Optimum und kooperative Verteilung a la Dilemmasituation in der Spieltheorie. Bei Verhandlungsproblemen handelt es sich um ein Anwendungsgebiet der Spieltheorie. Dies ist auch in entsprechenden psychologischen Modellen anerkannt, z.B. Rubin, Pruitt.
Sicherlich ist es sinnvoll, "gut" kommunizieren zu können. Das trifft aber allgemein zu, unabhängig vom Inhalt. Der Inhalt, nämlich Verhandlungsprobleme, wird aber damit nicht bearbeitet. Deshalb: Thema verfehlt.