Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Verhängnisvolle Erbschaften
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Verhängnisvolle Erbschaften [Taschenbuch]

Wilkie Collins , Daniel Stark
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

Derzeit nicht verfügbar.
Ob und wann dieser Artikel wieder vorrätig sein wird, ist unbekannt.


‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Acht bisher noch nicht ins Deutsche übertragene Geschichten von Wilkie Collins sind in diesem Buch ausgewählt und übersetzt worden. Die Erzählungen geben einen Überblick über das Schaffen von Collins zeit seines Lebens. Enthalten ist neben seiner ersten Veröffentlichung „Der letzte Postkutscher“ auch „Die Brille des Teufels“, „Eine verhängnisvolle Erbschaft“, die in englischen Jugendzeitschriften veröffentlichten Geschichten „Bauer Fairweather“, „Ein unverdienter Tod“ und „Das versteckte Geld“ sowie zwei Erzählungen, die auf französischen Gerichtsakten basieren: „Das vergiftete Essen“ und „Memoiren eines Adoptivsohns“.

Klappentext

Wilkie Collins (1824-1889) zählt vor allem durch seine Romane „Die Frau in Weiß“ und „Der Monddiamant“ zu den größten Kriminalautoren der englischen Literatur. In dieser Sammlung von Erzählungen sind einige zusammengetragen, die bisher noch nicht in deutscher Sprache veröffentlicht wurden. Die meisten der hier vorliegenden Erzählungen, die auf tatsächlichen Ereignissen beruhen oder im Gegensatz dazu erfundene übernatürliche Elemente miteinbeziehen, zeigen ein gewisses Spektrum an Literaturgattungen, denen sich Collins im Laufe seines Lebens widmete. Die meisten der hier vorliegenden Geschichten schrieb Collins für Zeitungen, darunter auch die wöchentlich erscheinenden Blätter „All The Year Round“ und „Household Words“ unter der Führung von Charles Dickens, mit dem Collins einerseits verwandtschaftlich (sein Bruder hatte Dickens' Schwester geheiratet), andererseits freundschaftlich (Dickens und Collins unternahmen auch zusammen Reisen nach Europa) verbunden war.

Auszug aus Verhängnisvolle Erbschaften von Wilkie Collins, Daniel Stark. Copyright © 0. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Auszug aus: Eine verhängnisvolle Erbschaft (1. Kapitel)
I
Eines schönen Morgens, es ist jetzt mehr als drei Monate her, rittest Du mit Deinem Bruder, Miss Anstell, im Hyde Park. Es war ein heißer Tag und ihr hattet Euren Pferden erlaubt, in den Paßgang zu fallen. Als Ihr an dem Geländer zu rechter Hand nahe den östlichen Ausläufern des Sees im Park vorbeirittet, hast weder Du noch Dein Bruder eine Frau bemerkt, die auf dem Fußpfad herumstand und die Reiter beobachtete, als ihr vorbeigeritten seid.
Die einsame Frau war mein altes Kindermädchen, Nancy Connell. Und dies waren die Worte, die zwischen Dir und Deinem Bruder gewechselt wurden, so wie sie sie gehört hatte, als Ihr langsam an ihr vorbeirittet.
Dein Bruder sagte: "Ist es wahr, daß Mary Brading und ihr Ehemann nach Amerika gegangen sind?"
Du hast gelacht, als würde Dich diese Frage amüsieren und geantwortet: "Völlig wahr."
"Wie lange werden sie weg sein?" fragte Dein Bruder als nächstes.
"So lange sie leben", antwortetest Du mit einem weiteren Lachen.
Zu diesem Zeitpunkt wart Ihr außerhalb Nancy Connells Hörweite geritten. Sie gesteht, Euren Pferden ein paar Schritte gefolgt zu sein, um zu hören, was als nächstes gesagt wurde. Sie schaute besonders auf Deinen Bruder. Er schien Deine Antwort sehr ernst zu nehmen und schien völlig überrascht davon zu sein.
"England verlassen und sich in Amerika niederlassen !" rief er aus, "Warum sollten sie das tun?"
"Wer kann schon sagen, warum?" hast Du gefragt, "Mary Bradings Mann ist verrückt und Mary Brading selbst ist nicht viel besser."
Du hast Deinem Pferd die Peitsche gegeben und einen Augenblick später warst Du und Dein Bruder außerhalb der Hörweite meines Kindermädchens. Sie schrieb mir und erzählte kürzlich in einem Brief, was ich Dir hier erzähle. Ich habe in meinen freien Stunden ernsthafter über diese letzten Worte von Dir nachgedacht, als Du vielleicht annehmen würdest. Das Ergebnis von alledem ist, daß ich meine Feder nehme, um Dir zugunsten meines Mannes und mir die Geschichte unserer Heirat und den Grund für unsere Auswanderung in die Vereinigten Staaten zu erzählen.
Es spielt für mich oder ihn kaum oder gar keine Rolle, ob uns unsere Freunde in England für verrückt halten oder nicht. Ihre Meinungen, seien sie feindselig oder wohlgesinnt, sind für uns von keiner besonderen Bedeutung. Aber Du bist eine Ausnahme von der Regel. In vergangenen Schultagen waren wir treue und gute Freunde; und - was für mich sogar mehr als das ausschlaggebend ist - Du wurdest von meiner seligen Mutter innig geliebt und bewundert. Sie sprach auf ihrem Totenbett zärtlich von Dir. Verschiedene Ereignisse haben uns in den letzten Jahren getrennt.
Aber ich kann die alten Zeiten nicht vergessen; und ich kann nicht gleichgültig gegen Deine Meinung von mir und meinem Ehemann sein, obwohl ein Ozean uns trennt und obwohl es nicht sehr wahrscheinlich ist, daß wir je den anderen wieder sehen werden. Ich wage zu sagen, daß es sehr töricht von mir ist, das, was Du in einem Deiner gedankenlosen Momente sagtest, von Herzen ernstzunehmen. Ich kann nur als Entschuldigung anführen, daß ich durch sehr viel Elend gegangen bin, und daß ich immer (wie Du Dich erinnern wirst) eine Person von empfindlichem Temperament gewesen bin, die leicht aufgeregt und leicht niedergeschlagen war.
Genug davon. Tu mir den letzten Gefallen, um den ich Dich je bitten werde. Lies, was nun folgt und urteile selber, ob mein Ehemann und ich wirklich so verrückt sind, wie Du bereit warst, zu glauben, als Nancy Connell Dich mit Deinem Bruder im Hyde Park sprechen hörte.
‹  Zurück zur Artikelübersicht