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Vergossene Milch: Roman [Gebundene Ausgabe]

Chico Buarque , Karin von Schweder-Schreiner
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

19. August 2013
»Buarque hat die Geschichte eines ganzen Landes einem einzigen unvergesslichen Mann mit einer Seele so groß wie Brasilien eingehaucht.« (Nicole Krauss)
Hundert Jahre Leben - hundert Jahre Geschichten: Eulálios Tage sind gezählt. Während die Zeit der Zukunft immer knapper wird, werden die Erinnerungen immer lebendiger: seine einzige Liebe Matilde mit der zimtfarbenen Haut, die Kakaoplantagen des Großvaters in Sao Paulo, der Ururgroßvater, der einst mit dem portugiesischen König nach Brasilien kam, die Sommer mit seinem Vater in Paris, wo ihn die Prostituierten in die Liebe einführten und das Kokain noch rein war, der Sklave Balbino, den er neben all den schönen Frauen auch noch gern verführt hätte. Die überwältigende Geschichte Brasiliens, erzählt von »einem der genialsten Erzähler – brillant, verwegen, kraftvoll« (Jonathan Franzen).

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: S. FISCHER; Auflage: 2 (19. August 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100463315
  • ISBN-13: 978-3100463319
  • Originaltitel: Leite Derramado
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 29.740 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Erinnerungen werden bewahrt, indem sie in einen Sinn-Rahmen eingehängt werden. Einen ziemlich schönen, weil erkennbar schiefen Rahmen hat Buarque für sein Brasilienbild gezimmert.«
Katharina Teutsch, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.3.2014

»hautnah erzählt, unterhaltsam geschrieben«
Ruthard Stäblein, Hessischer Rundfunk, hr 2, 15.9.2013

»Buarques Roman verbindet existenzialistische Wucht mit Einfühlsamkeit und Klugheit. Von subtiler Eleganz ist der Fragmentarismus der Romankonstruktion.«
Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung, 26.11.2013

»Es ist ein mitreißender Strom des Erzählens, den Buarque in seinem Roman freisetzt, ein vielstimmiges Lied über die Geschichte eines faszinierenden Landes.«
Hamburger Abendblatt, 8.10.2013

»eine pessimistische Revision der brasilianischen Geschichte, ein kleiner, leiser Roman, in dem der Niedergang dem starrsinnigen Glauben an die Kraft aus früheren Privilegien gegenübersteht.«
Lennart Laberenz, Der Standard, 19.8.2013

»Buarques Buch über ein tragisch scheiterndes Leben ist historisches Lehrstück und Schelmenroman in einem, farbig und widerspruchreich, ein Spektakulum brasilianischer Geschichte im 20. Jahrhundert.«
Claus-Ulrich Bielefeld, Die Welt, 28.9.2013

»Anhand der Erzählung seines Protagonisten gelingt es Chico Buarque […] auf beeindruckende Weise, die Komplexität eines ganzen Jahrhunderts mit seinen Brüchen und Kontinuitäten durchscheinen zu lassen.«
Eva-Christina Meier, taz.die tageszeitung, 5.10.2013

»Mit Eulálio hat der 69-jährige Buarque im wahrsten Sinne des Wortes eine Jahrhundertfigur erschaffen.«
Ulrich Rüdenauer, Der Tagesspiegel, 9.10.2013

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Chico Buarque ist der aufregendste Schriftsteller und berühmteste Sänger Brasiliens. Für die Musik gab er sein Architekturstudium auf.
Seine Kunst war ihm besonders in der Militärdiktatur von 1964 bis 1985 Mittel, politisch aufzubegehren.
Buarque hat zahlreiche Theaterstücke und Romane veröffentlicht. Auf Deutsch erschien zuletzt der Roman ›Budapest‹, für den er mit dem Prêmio Jabuti, dem Brasilianischen Man Booker Prize ausgezeichnet wurde.

Karin von Schweder-Schreiner übersetzte u.¿a. Jorge Amado, Antonio Callado, Mia Couto, Rubem Fonseca, Milton Hatoum, Lídia Jorge und Moacyr Scliar.
Sie wurde mit zahlreichen Übersetzungspreisen ausge-zeichnet, 2006 wird ihr der Bremer Albatros-Preis für die Übersetzung des Werkes von Lídia Jorge verliehen.

Karin von Schweder-Schreiner übersetzte u.a. Jorge Amado, Antonio Callado, Mia Couto, Rubem Fonseca, Milton Hatoum, Lídia Jorge und Moacyr Scliar. Sie wurde mit zahlreichen Übersetzungspreisen ausgezeichnet, 2006 wird ihr der Bremer »Albatros«-Preis für die Übersetzung des Werkes von Lídia Jorge verliehen.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein genialer Brasilien-Roman 24. November 2013
Von MM1981
Format:Gebundene Ausgabe|Verifizierter Kauf
Davon, dass Brasilien über einen breiten Fundus begabter Literaten verfügt, konnte man sich vor allem auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse überzeugen. Neben den Romanen von Daniel Galera ("Flut"), Luis Ruffato ("Es waren viele Pferde") und Paulo Lins ("Seit der Samba Samba ist") ist Chico Buarques "Vergossene Milch" eines der meistbeachteten Werke dieses Jahres. Der fast hundertjährige Greis Eulalio zieht gegen Ende seiner Tage in einem Pflegeheim in einer Mischung aus Verbitterung und Nüchternheit ein Résumé seines Lebens in der brasilianischen Upper-Class, in einem an Selbstbewusstsein und auch international an Bedeutung gewinnenden Land. Eulalio, der seinen Status und seine finanziellen Mittel seinem politisch einflussreichen Vater verdankt, genießt in vollkommener materieller Absicherung sein Leben, reist, verkehrt in den exklusivsten Kreisen, lernt die attraktivsten Frauen kennen und ist im Laufe seines langen Lebens Zeuge vieler historischer Ereignisse, unter anderem der Errichtung der Christus-Statue auf dem Corcovado in Rio de Janeiro und des Aufstiegs und Falls der Militärdiktatur. In diesem Leben wäre noch viel mehr möglich gewesen, wenn Matilde, Eulalios Ehefrau und Liebe seines Lebens, nicht eines Tages auf nimmer Wiedersehen verschwunden wäre, ein Ereignis, das Eulalio unerklärlich erscheint und das er bis an sein Lebensende unablässig reflektiert. Chico Buarque ist ein begnadeter Erzähler. Sein Roman ist von außerordentlicher sprachlicher Lebendigkeit und Kraft und erscheint wie ein vor Energie nur so wabernder Schmelztiegel aus Kreativität und Witz. Lesen Sie weiter... ›
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lebensträume eines alten Mannes 7. Januar 2014
Von Felix-Ine TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Eufálio, der 100 jährige Greis unterhält sich mit seinem Leser. Querschnittsgelähmt, alt und krank, am Tropf hängend, in einem Pflegeheim auf seinen Tod wartend, begibt sich der alte Mann auf eine Lebensreise in die Vergangenheit. Er nimmt den Leser mit in verschiedenen Stationen seines Lebens.
Eufálio lässt Revue passieren, indem er nicht nur von sich und seiner Familie, sondern auch die Entwicklung Brasiliens der vergangenen Jahrzehnte schildert. Dabei gleitet er ab in das Privatleben seiner Familie, erzählt von seinem Ururgroßvater, der mit dem portugiesischen König nach Brasilien kam. Die Erinnerungen an seinen Großvater haben ihn besonders gefangen, den er zwar nur von Ölgemälden kennt, der jedoch sein Leben und das seiner Eltern sehr geprägt hatte. Er erzählt von den Kakaoplantagen seines Großvaters in Bahia und den Kaffeeplantagen in Sao Paulo, die der Familie Reichtum bescherten. Sein Großvater war ein hohes Tier im Kaiserreich, Freimauerer-Meister und Gegner der Sklaverei, obwohl er selbst Sklaven hielt. Hundert Jahre Geschichte, die politischen und wirtschaftlichen Veränderungen seines Landes, der Aufbruch ins Moderne, der alte Greis findet sich in Tagträume wieder, von denen er sich nicht trennen kann und schwärmerisch davon erzählt.
Matilde, seine Frau, die Liebe seines Lebens, mit zimtbrauner Haut und schwarzen, lockigen Haaren verließ ihn eines Tages. Eufálio wird es nie verstehen und auch nie überwinden, warum sie es tat.
Lesen Sie weiter... ›
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Proust auf brasilianisch 31. Oktober 2013
Format:Kindle Edition|Verifizierter Kauf
Der Roman von Chico Buarque isst am Anfang sehr verwirrend. Erst mit der zeit versteht man die Zusammenhänge. Immer mehr merkt man, dass der Autor eine brasilianische Version des Romans von Proust, "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" , geschrieben hat. Es ist keine Kopie, denn auf diese Weise bekommt man einen herrlichen Einblick in die Geschichte des brasilianischen Bürgertums, den Aufstieg und den Absturz. Die heutigen Krisen dieses Landes kann man nur aus dieser Geschichte verstehen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Melancholie auf Brasilianisch 16. Februar 2014
Von Esther TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Es ist merkwürdig, sich an Dinge zu erinnern, die noch nicht stattgefunden haben, ich erinnere mich gerade daran, dass Matilde für immer verschwinden wird." S119

Stolz erzählt Eulalio als Greis in einem Altersheim in Rio von seinem Urgroßvater, der mit Dom Pedro von Portugal nach Brasilien gekommen war, stolz von seinem Großvater, der federführend für die Abschaffung der Sklaverei in Brasilien gekämpft hatte, von den Plantagen in Bahia, der Villa an der Copacabana oder dem Chalet am Hang gelegen, der Fazenda und den Pferden die Matilde so sehr liebte. Doch Matilde war gegangen, plötzlich war sie fort, zurückgelassen hatte sie ihre kleine Tochter und eine gebrochenen Ehemann.

Eulalios Tochter und deren Nachkommen waren allesamt Verschwender und Gutgläubige, ließen sich das Geld aus der Tasche ziehen, gaben sich mit weniger zufrieden als sie zuvor hatten oder ließen sich gar ermorden. Der familiäre Reichtum war geschrumpft bis nichts mehr übrig war bis ein Bett und permanent wechselnden Krankenschwestern in einem öffentlichen Hospiz, das auf den Tod des Erzählers warten.

Doch Eulalio erzählt weiter, erzählt von Rio de Janeiro, erzählt vom Bau der Skyline an der Copacabana, von der Errichtung des Christo am Corcovado, vom Bau des Maracana Stadions, vom Verfall der Villen am Botofago, von Machtwechseln und ihren Folgen, von der Abschaffung der Sklaverei, vom Ankommen in Brasilien und vom Verschwinden über den Atlantik. Der Erzähler ist in seiner Erinnerung sehr sprunghaft und wiederholt sich laufend, was der Tragik seines Lebens noch mehr Nachdruck verleiht.

Ein ambivalenter, humorvoll und zugleich melancholischer Roman, aus dem Herzen Brasiliens.
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5.0 von 5 Sternen aufregende erzählperspektive
eintauchen in die welt brasiliens.
antworten auf die fragen:
warum man in rio de janeiro gewesen sein muss? Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Tantris Mazda veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Traumhaft und berauschend
Habe mir 3 brasilianische Romane schicken lassen:
"Vergossene Milch", "Seit der Samba Samba ist" und "Flut", von verschiedenen Autoren. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Markus Seidler veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Wirrer Stil
Ich hab nach ca 20% abgebrochen.... Habe irgendwie den Handlungsstrang nicht entdecken können.
Aber das ist wahrscheinlich eine Stilfrage. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Paula Maertin veröffentlicht
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Der Roman ist einer der Besten in den vergangenen Jahren von mir gelesenen. Ich hatte Mühe, mich zu trennen. Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Annett Lebahn veröffentlicht
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Das Buch fand ich persönlich einfach nur langweilig und nichtssagend. Auch sprachlich war es auf keinem besonders hohen Niveau. Lesen Sie weiter...
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Vor 8 Monaten von kalle veröffentlicht
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