In ihrem Sammelband "Vergleichende Extremismusforschung" haben Backes und Jesse einige jener Aufsätze nochmals herausgegeben, welche konzeptionelle Grundlagen für die von ihnen vertretene Extremismusforschung legen. Die Sammlung kann als komprimierter Gesamtüberblick ihres Forschungsprogramms und generelle Einführung in die Antidemokratismusforschung empfohlen werden, handelt es sich doch hier um wohlrecherchierte Beiträge, die nur wenige inhaltlich und bibliographische Lücken lassen. Letztlich unbeantwortet bleibt für diesen Leser allerdings auch hier die Schlüsselfrage des extremismustheoretischen Ansatzes: Wie kommt es, dass die explizit antidemokratischen Axiome des Rechtsextremismus häufig zu ähnlichen politischen Konsequenzen führten und führen, wie die (scheinbar) radikaldemokratischen Programme linksradikaler Provenienz? Trotzdem Backes und Jesse aus meiner Sicht bisher keine befriedigende Auflösung dieses zentralen Paradoxons ihres Ansatzes geliefert haben, dürfte dieser Sammelband zu einer Standardeinführung in die deutsche Antidemokratismusforschung werden.