Kurzbeschreibung
Im Mittelpunkt stehen die psychischen Symptome als "Vorzimmer" zum individuellen klinischen Bild.
- Schematische Anwendung der Materia Medica auf den Einzelfall in der homöopathischen Praxis
- Aktuelles und umfassendes Hilfsmittel bei der Arzneimittelsuche
- Verweise auf Kentsche und Synthetische Repertorien mit engem Praxisbezug.
Der Verlag über das Buch
Kranke Individuen heilen»Die erste große Schwierigkeit, welcher der Arzt zu Beginn der homöopathischen Praxis begegnet, liegt in seiner Unfähigkeit, die in der Materia Medica erworbenen Kenntnisse auf den einzelnen klinischen Fall anzuwenden«, schreibt der Autor im Vorwort. In den Anfängen seiner homöopathischen Praxis sah sich auch Candegabe mit dem Problem konfrontiert, daß die in den Arzneimittellehren beschriebenen Idealtypen »die sanfte blonde Pulsatilla-Frau«, »der schmutzige Sulfur-Philosoph« in der Praxis selten vorkommen.
Wie aber ist die Fülle der individuellen Symptome zu ordnen, wenn nicht durch das schematische Hilfsgerüst der vorgegebenen Arzneibilder? In den 50er Jahren lernte Candegabe Paschero kennen, der die psychologische Betrachtungsweise in die südamerikanischen Schule eingeführt hat. Paschero betrachtete den Patienten in seinem biographischen Kontext und versuchte auch die unbewußten und verdrängten Motive zu ergründen, die dem oberflächlichen Betrachter verborgen bleiben. Mit diesem Ansatz arbeitet Candegabe weiter. In der Praxis bedeutet das ein vorurteilsloses Zugehen auf den Patienten, der nicht nach einer vorgefertigten Schablone betrachtet, sondern als Individuum wahrgenommen wird.
Die Vergleichende Arzneimittellehre ist die Frucht aus Candegabes mehr als 30jährigen ärztlichen Tätigkeit. Mit ihr hat er ein übersichtliches Lehrwerk geschaffen, das die Zuordnung individueller psychischer Symptome zu den Arzneimittelbildern erleichtern und die Abgrenzung zu verwandten Bildern ermöglichen soll. Am Anfang eines jeden Arzneimittelbildes steht eine Betrachtung der Gemütssymptome quer durchs Kentsche Repertorium, dann folgt eine Zusammenfassung der dargelegten Symptomatologie, um das Verstehen und Erlernen des Wesentlichen zu erleichtern. Drittens werden diejenigen Symptome, die die fundamentale Dynamik des Mittels ausdrücken, in einer schematischen Zusammenfassung einzeln numeriert aufgeführt, und am Schluß eines jeden Kapitels steht die Vergleichende Materia Medica, bei der aus der Vielzahl der Symptome das »kleinste charakteristische Syndrom« herauskristallisiert wird.
Mit dieser übersichtlichen Darstellung ist Candegabes Arzneimittellehre eine Antwort auf das eingangs geschilderte Problem der Anwendung der Materia Medica auf den Einzelfall in der homöopathischen Praxis. Der Autor selbst schreibt zu seinem Werk: » Ich behaupte
nicht, daß das von mir angewandte Schema und meine Ableitungen eine absolute Wahrheit darstellen. Ich hoffe jedoch, daß sie wenigstens dazu beitragen, eine der großen Schwierigkeiten, denen sich der homöopathische Arzt gegenübersieht, zu überwinden: nämlich das existentielle Drama des Patienten, das immer individuell, persönlich und in sich geschlossen ist, auf die Materia Medica zu übertragen, welche die Symptome allgemein und unpersönlich aneinanderreiht.«