Movieman.de
Bild: Die Optik gibt sich sehr bewegungsstabil auch in dunklen Szenen (00.03.45, Mann in dunkler Jacke). Schnelle Kamerabewegungen laufen geschmeidig ab (00.17.40, Fahrt auf Puppentheater) und zeigen kein Ruckeln. Artefakte treten als leichte Mattscheibeneffekte (stehende Rauschmuster) in Hintergründen auf. Hintergründe wirken wegen eines feinkörnigen Grundrauschens zuweilen etwas unruhig (00.13.33, Wand). Die Farben sind vom Sättigungsgrad her sehr gut bearbeitet, leiden aber etwas unter dem Rauschen. Die Schärfe ist ebenfalls etwas durch das Rauschen gehemmt und könnte noch konturierter agieren.
Ton: Der englische Ton tritt insgesamt etwas dynamischer und kraftvoller auf als der deutsche. (00.01.30, Titelmusik). Die Kulisse ist in beiden Fassungen weiträumig und stimmungsvoll direktionalisiert (00.05.03, Funkverkehr Polizei). Die Musik ist sensibel bearbeitet und arbeitet mit einer breiten Transparenz (00.14.30, sanft perkussiver Score). Zuweilen sind die deutschen Stimmen einen Hauch zu aufdringlich gegenüber der Kulisse (00.02.00, Männerstimme im Auto).
Extras: Sehr benutzerfreundlich ist, dass der Raubkopien-Spot vorspulbar ist. Sinnvoll ist auch, dass der Menüaufbau übergangen werden kann. --movieman.de
VideoMarkt
Video.de
Blickpunkt: Film
'Character vs. Characterization', eine der goldenen Regeln, die Drehbuchguru Robert McKee in 'Adaption' dem schreibblockierten Charlie Kaufman auf den Weg gibt, scheint der Autor zumindest bei den Protagonisten von 'Vergiss mein nicht!' beherzigt zu haben. Joel (ein angenehm zurückhaltender Jim Carrey) und Clementine (Kate Winslet: so wechselhaft und furchtlos wie ihre Haarfarben) schlagen sich mit der quälenden Routine ihrer Beziehung herum, bis Clementine dem kurzerhand ein Ende setzt. Sie lässt alle Erinnerungen an Joel medizinisch ausradieren. Als Joel ausgerechnet am Valentinstag feststellen muss, dass seine Freundin ihn nicht mehr kennt, wendet er sich deprimiert an den Erfinder der sagenhaften 'Heil-Methode', Dr. Mierzwiak (Tom Wilkinson), um seinerseits diese Demütigung und Clementine vergessen zu können. Während Dr. Mierzwiaks Team in Joels Tiefschlafphase dessen Träume an die Verflossene sukzessive von der Festplatte Gehirn löscht, flackern in chronologisch unsortierten Rückblenden die Höhen und Tiefen der Beziehung über die Leinwand. Gondry springt hemmungslos zwischen den Zeitebenen, und das Drehbuch schüttelt nach Lust und Laune Subplots aus dem Ärmel, die den Doktor und seine 'Techniker' in den Mittelpunkt bringen: Den Liebe heuchelnden Patrick (Elijah Wood), der Joels Erinnerungsstücke an Clementine klaut, um selbst bei ihr zu landen, und dessen Kollegen Stan (Mark Ruffalo), der in Sprechstundenhilfe Mary (Kirsten Dunst) verknallt ist, die - wie sich herausstellt - die Erinnerungen an eine andere pikante Affäre ausradieren lassen hat. Als sich in Folge eines Computerfehlers in Joels Kopf plötzlich die Wahrnehmungsebenen vermischen, fällt dem Patienten auf, dass mit den schmerzhaftesten Erinnerungen auch die schönsten gemeinsam erlebten Momente verschwinden. Sein Unterbewusstsein rebelliert und startet den aussichtslosen Kampf gegen das Vergessen. Joel rast durch ein Labyrinth absurdester Gedankengänge, und die großartige Kamerafrau Ellen Kuras ('Blow') lässt die realistischen Bilder mit ihren ausgewaschenen freudlosen Farben auf dem Klangteppich von Jon Brion ('Punch-Drunk Love') surrealistisch verschmelzen: Da lösen sich Landschaften selbst auf, wehen Stranddünen durch Schlafzimmer, führen Freudsche Seitenwege direkt in die Kindheit von Joel, der vor dem Verlust seiner Identität flieht.
Während sich Kaufman mit seinem selbstreflexiven Drehbuch zu 'Adaption' mit der Beschränkung von Kunst und Moral beschäftigte, geht es hier um eine positive Form von Kompromissen, die mit allem Schmerz zum Wesen von Beziehungen gehören. Wer will auf die quälenden Momente verzichten, wenn er damit die Liebe als Ganzes aufgeben muss? Wie schon bei 'Human Nature' verirrt sich das Drehbuch auch hier auf halber Strecke auf der klinischen Seite, die wieder so verblüffend banal daherkommt wie alle Anspielungen auf Freud und Nietzsche, Alexander Pope (aus dessen Gedicht der Originaltitel stammt), das Kino von Ingmar Bergman oder Stanley Kubrick. Was wiederum daran liegen mag, dass der Autor in höchstem Maße intellektuell, seine Figuren jedoch höchstens Mittelmaß sind, und wiederum sämtliche Nebenfiguren lediglich Schachfiguren in dem von Michel Gondry ansonsten mit Begeisterung und großer handwerklicher Finesse erobertem gedanklichen Irrgarten bleiben. Jim Carrey und Kate Winslet als schlecht gelaunte, schlecht angezogene, unsympathische Nerds mit gebrochenen Herzen und befleckten Seelen wird das Publikum jedoch in nur zu guter Erinnerung behalten. cm.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Kurzbeschreibung
Produktbeschreibungen
Während der Gehirnwäsche wird die Beziehung zu Clementine in seinem Kopf noch einmal chronologisch rückwärts abgerufen, bevor sie endgültig gelöscht wird. Doch schon bei dem Gedanken an eine unvergessliche gemeinsame Nacht rebelliert sein Unterbewusstsein und er versucht vergeblich, mit seiner Traumfrau in eine andere Realität zu flüchten. Aber als sich Joel nach dem Eingriff erneut in Clementine verliebt, ist endgültig klar, dass er diese Frau nicht mehr