Das Buch ist die Aufzeichnung eines Interviews, welches im Rahmen einer Veranstaltung des Väteraufbruchs für Kinder stattgefunden hat. Interviewt wurden vier Kinder (15, 20, 28 und 34 Jahre alt), die in ihrer Vergangenheit, und teilweise bis heute, keinen oder erschwerten Kontakt zu ihren Vätern hatten.
INHALT
Im ersten Teil stellt Elisabeth Schmidt, Rechtsanwältin und im Vorstand des Kinderschutzbundes Berlin, Fragen. Später kommen Fragen aus dem Publikum hinzu. Und am Ende des Buches finden sich auf fünf Seiten Schlussfolgerungen zu dem Thema, welche sich aus den reflektierenden Aussagen der Kinder ergeben.
MEINUNG
Zunächst muss man festhalten, dass dies eine wichtige Veranstaltung war, denn hier kamen die Kinder zu Wort und nicht selbst ernannte Trennungs-Kinder-Fachleute. Man erfährt etwas über ihre Gefühle und Gedanken, sie können Ihre Meinung kundtun und so vor allem, zwar dezent, aber richtige Wege aufzeigen.
Jeder Fall ist anders, jeder Fall individuell zu betrachten. Was anhand der Aussagen der Kinder aber klar wird, ist, dass eben diese individuelle Betrachtungsweise von den Institutionen, die helfen sollen, nicht erfolgt. Regelmäßig versucht man an sich psychologisch zu analysierende und lösende Probleme mit Regeln und Gesetzen zu malträtieren. Das kann nicht funktionieren und schadet den Kindern enorm sowie langfristig auch den Eltern. Nur manche merken es nicht.
Vereinzelt war die Gesprächsführung ungünstig. An vielen Stellen wurde die Ratlosigkeit, teilweise immer noch vorhandene Ohnmacht und Nicht-Verarbeitung deutlich. Anstatt diese aber lieber stehen zu lassen, wurden manchmal Antworten und Meinungen zu sehr motiviert. Diese waren zwar für den Außenstehenden nachvollziehbar und richtig, aber sie wirkten als ein rein mentales, nicht emotionales, Ergebnis. Das kann bei der angeklagten Seite der Mütter, Jugendämtern und Gerichten einen indoktrinierten Geschmack erzeugen. Und das ist nicht gut, denn es kann sie zu einem - bekannten - Abtun der tatsächlichen Dramatik anstiften. Andererseits wird so auch klar, wie manipuliert und unfrei die Gefühle der Kinder immer noch sind, selbst wenn gedanklich eine Klarsicht besteht und der Kontakt zum Vater in die Richtung einer Normalität geht.
FAZIT
Es dürfte nicht unbedingt einfach gewesen sein, das Gespräch in ein Buch zu packen. Insbesondere die wichtig wahrzunehmende Atmosphäre geht natürlich verloren. Dennoch ist - egal welches Medium vorliegt (gibt es auch als CD) - es wichtig, dass diese Themen immer wieder festgehalten werden. Insofern handelt es sich um bedeutsames Buch, dass man - neben anderen - auch zur Pflichtlektüre für alle Betroffenen und Beteiligten machen sollte, bevor man in die leider scheinbar oft unvermeidlichen und pathologischen Auseinandersetzungen geht. Wenn nur ein Verantwortlicher davon ein wenig wacher wird, hat es seinen Zweck erfüllt.