Ich habe mich entschlossen, aufgrund der hier überwiegend positiven Bewertungen dieses Buch zu lesen und musste insgesamt feststellen, dass die positiven Bewertungen über dieses Buch absolut berechtigt sind.
Es handelt sich insgesamt um einen sehr objektiv verfassten Erlebnisbericht der Geschehnisse unmittelbar an der Front beginnend mit dem Truppentransport nach Stalingrad aus Sicht eines einfachen "Landsers", d.h. vorliegend eines MG-Schützen, welcher im Alter von 19 Jahren nach vorheriger Ausbildung im Herbst 1942 an die Front nach Stalingrad entsendet und dort eingesetzt wird. Dem Buch lagen Tagebuchaufzeichnungen zugrunde, welche der Autor erst im fortgeschrittenen Alter wiederentdeckt hatte. Entsprechend gestaltet sich die Erzählweise und Aufteilung - ähnlich einer Tagebuchform. Besonders gefiel mir hierbei die schnörkellose, wenig pathetische Schreibweise, die dem Leser den Eindruck vermittelt, dass weder etwas beschönigt und verherrlicht, noch etwas übertrieben oder gar unberechtigterweise eingefügt wird, was nicht den Tatsachen entsprach. Dennoch sind die Bericht sehr detailliert, was bei mir die Frage aufwirft, wie sich der Autor nach so vielen Jahren an derart viele Einzelheiten und Begebenheiten erinnern kann. Entweder waren es die Grenzerfahrungen, welche ein Vergessen unmöglich machen oder die Tagebuchaufzeichnungen selbst waren sehr detalliert.
Insgesamt konnte ich mich bei der Lektüre des Buches kaum der Empfindung entziehen, dass ich die Geschehnisse selbst durchlebe. Insbesondere musste ich mich immer wieder fragen, welchen Ängsten und Gefühlen ich selbst in den vom Autor durchlebten Situationen ausgesetzt gewesen wäre, was vermutlich wiederum der Schreibweise des Autors geschuldet ist, welche hierfür genügend Spielraum lässt.
Zum Inhalt möchte ich weiter nichts hinzufügen. Das, was der Autor an der Front durchlebt hat, ist für einen jungen Menschen wie mich weder beschreibbar, noch fassbar, da es solche Grenzerfahrungen sind, die die Existenz berühren. Kälte, Hunger, hunderte Kilometer von der Heimat entfernt, abgeschnitten von den eigenen Linien, Chaos und den Tod ständig vor Augen, sei der grausame und qualvolle Tod anderer Gefallener auf eigener und gegnerischer Seite oder der eigene Tod, welchem der Autor oftmals nur durch Zufälle und dem Standhalten des sprichwörtlichen, seidenen Fadens entrinnen konnte. In diesem Zusammenhang geht mir die Äußerung des Autors in einer lebensbedrohlichen Situation während eines Panzerangriffs der Gegenseite besonders nah und zwar der Gedanke, dass er bis dato sein junges Leben noch gar nicht gelebt habe und es an dieser Stelle schon vorrüber sein soll.