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An Jules und Jim von François Truffaut muss man bei Vanessa Jopps Debüt Vergiss Amerika beinahe automatisch denken. Es ist nicht allein die grundsätzliche Konstellation, die diese beiden Filme verbindet, viel entscheidender ist die Haltung der jungen Regisseurin zu ihrer Geschichte, deren Figuren und deren Ort. Sie kopiert Truffaut nicht einfach, sie folgt seinem Vorbild. Diese aufregende Gelassenheit und diese so ungeheuer filmische Natürlichkeit, zu denen die Regisseure der Nouvelle Vague in den 60er-Jahren gefunden hatten, erfüllen auch Vanessa Jopps Erstling. Sie erzählt von Träumen und Liebe, von Angst und Enttäuschungen mit einer Sensibilität, die selten geworden ist im Kino der letzten Jahre.
Vergiss Amerika, das heißt für David, Benno und Anna, vergesst erst einmal eure Träume, werdet erwachsen und nutzt die Möglichkeiten, die sich euch bieten. Doch so einfach ist das nicht, in einer Kleinstadt wie Aschleben gehört die Sehnsucht nach etwas Großem, vielleicht auch Unerreichbarem, zum Alltag, nur sie kann den Dreien die Kraft geben, die sie brauchen. Franziska Petri, Marek Harloff und Roman Knizka gelingt es dabei, die Widersprüche jeder Jugend spürbar zu machen. Anna, David und Benno schwanken zwischen ihren Ambitionen und ihrer Angst, zu versagen, sie wollen weg aus dem trostlosen Nest Aschleben, und sie wollen bleiben, weil sie es kennen und es für sie Heimat bedeutet. Das einfühlsame Spiel der drei jungen Darsteller und Vanessa Jopps unvoreingenommener, für alles offener Blick machen Vergiss Amerika zu einem der eindruckvollsten deutschen Filmdebüts seit langem. --Sascha Westphal
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