Die Autorin hat Mut. Sie wagt zu schreiben, was viele Menschen denken und wohl auch wissen. Sollten auch nur die Hälfte der geschilderten Sachverhalte wahr sein, so ist das erschütternd.
Ein Markt, der sich in den 80-er Jahren schleichend entwickelt hat, oder besser gesagt entwickelt wurde, hat sich unkontrolliert verselbständigt.
Viele der geschilderten Mechanismen kann ich bestätigen, ich habe meinen demenzerkrankte Mutter von 1987 bis 2008 über 20 Jahre lang begleitet.
Mit der Angst vor dem Kontrollverlust über das eigen Leben werden Geschäfte von Pharmazie und Wissenschaft, von einer "Projekt- und Schulungsindustrie" sowie von Pflegeanbietern im ambulanten und stationären Bereich gemacht.
Angehörige, die eine hohe Erfahrungs-und Alltagskompetenz aufweisen werden als "Laien" disqualifiziert. Professionelle systembedingte Mangelversorgung wird als kompetent propagiert.
Frau Stolze ist es gelungen, die Verfilzung von Lobby- und Eigeninteressen sichtbar zu machen.
Aus Angst vor Demenz sortieren wir uns aus, werden Versuchskaninchen, schlucken Medikamente ohne Wirknachweis, sperren uns weg und messen uns keinen Wert mehr bei.
Wann werden wir aufmerksam und hinterfragen Behauptungen die uns geldwert verkauft werden?
Vielleicht kann dieses Buch dazu beitragen Leser sowohl nachdenklich und fragend werden zu lassen als auch zu Diskussionen anzuregen.
Das wäre zu wünschen, es geht um unsere eigene Zukunft!