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Was mich aber vor allem beeindruckt hat, war die Relevanz, die dieses Buch auch für Eltern hat, die sich vornehmen und bemühen, ihre Kinder liebevoll auf dem Weg ins Erwachsenenleben zu begleiten (oder zu erziehen). Manchmal hat mich bei der Lektüre richtig erschreckt, wie leicht es passieren kann - auch mit den besten Absichten - seine Kinder zu "vergiften": "Nur weil Du es nicht so gemeint hast, heißt nicht, dass es nicht weh tut." Das Buch ist nicht nur für mittlerweile erwachsene betroffene Kinder, sondern auch für verantwortungsvolle Eltern uneingeschränkt zu empfehlen.
Das allein hebt dieses Buch weit über traditionelle Lebenshilfe-Bücher hinaus. Mein fünfter Stern geht an die Autorin, weil es ihr außerdem durchgängig gelungen ist, ein Buch bar jeder Wehleidigkeit und Esoterik zu schreiben, eine echte Wohltat in diesem Genre. Warum allerdings aus "Toxic Parents", dem Originaltitel, in der Übersetzung "Vergiftete Kindheit" wurde, ist mir schleierhaft.
Es "enthront" die unfehlbaren Eltern und rückt somit die "Opfer", die Kinder, in den Vordergrund. Susan Forward spricht in ihrem Buch von "giftigen" Eltern, um Eltern zu beschreiben, die ihren Kindern ständig Traumata, Mißhandlungen (sexuell und seelisch), sowie Demütigungen zufügen. Aber auch um Eltern zu beschreiben, die die ihre Launen auslebten und an ihren Kindern ausliessen, Eltern, die aufgrund ihrer Arbeit, nie zu Hause waren, Eltern die sich an die Kinder klammern, die ihnen aber dennoch nie genug geben können.
Es geht hier um Eltern, die das wiederholen, was sie wiederum von ihren Eltern gelernt haben. Dinge, die weitergegeben worden sind wie, "Wer sein Kind liebt, spart mit der Rute nicht". Es werden alle Facetten dargestellt, die in solch einem elterlichen Machtspiel entstehen können: Von kleinen Sticheleien, die sich im Kind festsetzen, über den Gebrauch von Drogen im Elternhaus (z.B. Alkohol) bis zum sexuellen Missbrauch.
Susan Forward zeigt sehr viele Beispiele aus Ihrer Praxis als Therapeutin auf. Beispiele, die den tatsächlichen therapeutischen Alltag repräsentieren und nicht überdramtasieren.
Es zeigt Wege auf, wie man den Eltern neu begegnen und sich von ihren Taten distanzieren kann. Aber es stellt auch ganz klar heraus, dass man nicht erwarten soll, dass sich die Eltern noch ändern werden.
Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen.
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