ich schreibe diese kurze rezension hauptsächlich um der vorherigen, inzwischen 3 jahre alten, entgegenzuwirken.
bei der erzählung "vergeßt mich" handelt es sich um eine in leichtfüßiger, dabei jedoch poetischer sprache geschriebene geschichte, die von drei protagonisten handelt; sowohl die hauptfiguren als auch die geschichte selbst pendelt zwischen deutschland und madrid, erinnerung und gegenwart, jugend und fortgeschrittenem alter, freundschaft und verlust, verständlichkeit und unverständlichkeit menschlichen handelns. der leser wird beiläufig an die hand genommen und in die innen- und außenwelt eines ich-erzählers geführt, der langsam mit dem immer deutlicher werdenden verlust eines freundes zu kämpfen hat, den ein offenbar alltägliches ereignis, das subtil und gleichzeitig nachvollziehbar geschildert wird, bis ins mark erschüttert hat.
es handelt sich keineswegs um eine kryptische geschichte, wie der andere rezensent andeuten mag, sondern um eine, die sich trotz einiger zeitlichen sprünge zu einem gesamtbild fügt und im leser nachklingt. sie ist ein gelungenes beispiel dafür, dass man auch auf wenigen seiten - es sind unter siebzig - die verworrenheiten des jetzigen lebens und strebens literarisch darstellen kann; und zwar auf eine weise, die den interessierten leser sowohl sprachlich erfreuen als auch nachdenklich stimmen kann. ohne zweifel ein lesenswertes stück literatur. hier war ein könner am werk.