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Vergeltungsschlag: Die Aufzeichnungen des Tobias B [Broschiert]

Dirk Radtke
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Broschiert --  

Kurzbeschreibung

August 2010
In einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen ist es gestern zu einem Amoklauf gekommen. Dem Polizeibericht zufolge hat der 17-jährige Gymnasiast Tobias B. die grausame Bluttat im eigenen Elternhaus begonnen, wo er zunächst seinen Vater, dessen Lebensgefährtin sowie seine ein Jahr ältere Schwester mit gezielten Kopfschüssen aus einer Handfeuerwaffe tötete. Danach führte ihn der Amoklauf zu seiner Schule, wo er scheinbar gezielt Schüler aus verschiedenen Klassen aufsuchte und erschoss. Auch einen Lehrer soll der Amokläufer getötet haben. Augenzeugen beschreiben das Vorgehen wie eine Hinrichtung. Die Polizei geht davon aus, dass die Bluttat, bei der 13 Menschen starben, bereits lange im Voraus geplant war. Laut Zeugenaussagen war der Täter ein eher stiller, unauffälliger, in sich gekehrter Mensch. Niemand der Befragten hätte ihm eine solch grausame Tat zugetraut. Ungeklärt ist bislang noch das rätselhafte Ende der Tragödie, bei dem der Täter ein Buch vorgezeigt und den Ausruf Hier steht alles drin! getätigt haben soll, bevor er sich mit einem Schuss in den Kopf selbst richtete.
Dem Buch ist eine CD mit Musik der Berliner Metal-Band Pandoras Tears beigelegt. Die Zusammenarbeit bescherte der Edition Totengräber den ersten Roman mit einem Soundtrack und ein multimediales Buch mit einmaliger Authentizität und Brisanz.

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Produktinformation

  • Broschiert: 352 Seiten
  • Verlag: Periplaneta; Auflage: 1., Auflage (August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3940767573
  • ISBN-13: 978-3940767578
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 14 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 531.427 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Vergeltungsschlag befasst sich mit der Vorgeschichte eines Amokläufers; ohne Betroffenheitsgesäusel, ohne rhetorische Fragen – das Buch liefert Antworten für unsere degenerierende, auseinanderbrechende Gesellschaft. --Yucreioss.de, Nicolas Certa, August 2010

Kundenrezensionen

4.4 von 5 Sternen
4.4 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sie haben es sich verdient 13. Februar 2011
Von Patricia Twellmann TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert
Kalt, grausam, brutal und demütigend - ein Buch, das Bauchschmerzen hinterlässt, ein Buch, das man nicht in einem Stück lesen kann. Ein Buch, in dem der Klappentext das Ende vorwegnimmt und den Leser mit der bitteren Wahrheit konfrontiert, die schlussendlich zur Eskalation führte. Ein Buch, was nach Erfurt, Emstetten und Winnenden ein topaktuelles Thema behandelt und den Leser Einblicke in die Psyche des Täters gibt. Ein Buch, welches verstörend wirkt und den Leser fassungslos zurücklässt, ein Buch, welches tief in die Abgründe des menschlichen Sadismus eindringt und ein Familienbild heraufbeschwört, dass nur einem Horrorfilm entnommen sein kann.

An Tobias' 9. Geburtstag kommt es zum ersten größeren Eklat. Ungebetene Gäste erscheinen und der Vater spielt geschickt den allmächtigen Herrscher, der darüber richtet, wer Recht hat und wer nicht. Als bei einem Streit zwischen Tobias und seinem Widersacher Markus, der Sohn des Geschäftspartners deines Vaters, sein Geburtstagsgeschenk zu Bruch geht, steht für seinen Vater der Schuldige von vorneherein fest - Tobias. Er hätte sich halt wehren sollen, damit er das lernt, wird er bestraft - wieder, und wieder und wieder. Sein Vater ist brutal, ungerecht und heimtückisch, keiner stellt sich ihm in den Weg. Anfangs versucht es noch die Mutter, aber nach einem Autounfall kann sie Tobias nicht mehr helfen. Sarah, seine Schwester, schlägt ihrem Vater nach, ihre Heimtücke ist mörderisch. Nach einiger Zeit kommt dann noch Yvonne, Vaters neue Lebensgefährtin, ins Haus, sie fügt sich schnell in die Gepflogenheiten und auch sie benutzt Tobias als Prügelknaben. Genauso geht es in der Schule weiter, denn Markus ist in seiner Klasse und er lässt keine Gelegenheit aus, Tobias eins auszuwischen. Die Misshandlungen über Jahre lassen schwere psychische und physische Narben zurück, bald sieht Tobias keinen Ausweg mehr, als sich endlich zu wehren - auf seine ganz eigene Art.

Die Story ist eine Kakophonie aus Demütigung, Pein, Leid und Schmerz, man wundert sich, wie Tobias es so lange überhaupt aushalten konnte. Trotzdem ist die Sicht etwas einseitig, denn für Dirk Radtke sind alle anderen abgrundtief böse. Es gibt wenige Lichtblicke für Tobias, selbst Fremde, wie Lehrer, lassen ihn im Stich. Wirken sie anfangs noch freundlich und um ihn bemüht, zeigen sie bald ihr wahres Gesicht und drangsalieren ihn genauso wie alle anderen. Sie kommen ihrem Lehrauftrag nicht nach, selbst als Tobias versucht, seine Situation zu schildern, verweigern sie sich und hören ihm nicht zu. Immer ist er derjenige, der Mist baut, der bestraft wird und der grundsätzlich der Schuldige ist. Zumindest von Lehrern sollte man erwarten, dass sie hinter die Fassade ihrer Schutzbefohlenen schauen können und erkennen, dass nicht alle Kinder Engel sind. Seine einzige Freundin ist Vivan, die von den anderen Kindern gehänselt wird, da sie die Sachen ihrer größeren Schwester auftragen muss. Sie ist sein einziger Halt, für sie lebt Tobias. Aber auch sie hintergeht ihn, als sie sich von ihm abwendet und sich neuen Freunden zuwendet. Tobias fühlt sich seiner letzten Bastion beraubt und sieht danach keine andere Lösung mehr, als sich endlich zu wehren.

Heutzutage weiß man aus Zeitungsberichten, wieviele Kinder ein wahres Martyrium durchleben, wie sie unbeobachtet von der Gesellschaft von ihren Eltern oder Mitschülern gepeinigt und gefoltert werden. Trotzdem wünscht man sich in der Geschichte, dass Tobias wenigstens einmal eine mitfühlende Seele trifft, die ihm eine Hand reicht. Denn unsympathisch wirkt er nicht, ganz im Gegenteil, von Seite zu Seite hat man immer mehr Mitgefühl mit ihm. Oft muss man das Buch einfach zur Seite legen, die Misshandlungen sind schwer zu ertragen und dringen bis in die Seele vor. Man versteht die Handlungen der Mitwirkenden nicht, es haftet ihnen einfach zu viel Boshaftigkeit und Sadismus an. Unwillkürlich fragt man sich, ob das alles so passieren kann, so viele schlechte Menschen auf einen Haufen. Die Qualität von Periplaneta ist wieder einmal hervorragend, fester Umschlag, eng beschriebene Seiten und dickes Papier rechtfertigen wenn auch nur ansatzweise etwas den eigentlich zu hohen Preis. Dafür bekommt man aber noch zusätzlich eine CD mit Songs der Berliner Heavy Metal Band Pandoras Tears - die Tobias Gefühle sehr gut ausdrücken können.

Fazit:

Zutiefst verstört bleibt der Leser nach diesem Kreuzweg aus Leid, Demütigung und Schmerz zurück, man kann sich gar nicht wirklich vorstellen, dass so etwas ungestraft passieren kann. Zurück bleibt Wut auf die verantwortungslosen und sadistischen Erwachsenen, die sich nur an ihren wahren Ebenbildern erfreuen können. Es bleibt etwas zurück, von dem man nie gedacht hat, es empfinden zu können. Mitleid für den Täter einer so abscheulichen Tat und der ganz geheime Gedanke im tiefsten Winkel der Leserseele - sie haben es alle verdient.

Drei Sterne deshalb, weil mir die Sicht doch etwas zu einseitig ist, zu sehr getrennt nach Schwarz und Weiß. Auch die Sprache ist grausam und brutal, für mich als Mutter sind die Misshandlungen und Ungerechtigkeiten schwer zu ertragen. Das ist meine ganz persönliche Empfindung, ich kann nicht beurteilen, wie das Buch auf andere wirkt. Zumindest kann jeder diese Rezi einschätzen und für sich selbst zurechtrücken.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Keine Gutenachtlektüre 17. Dezember 2012
Format:Kindle Edition
Eine unerbittliche Geschichte, hart erzählt und nachwirkend. Dirk Radtke hat sich mit seinem Buch eines unbequemen Themas angenommen, das in den letzten Jahren immer wieder aktuell wurde: wie kann ein unauffälliger Junge plötzlich zum Amokläufer werden?
Da bereits in den anderen Rezensionen auf die Handlung näher eingegangen wurde, spare ich mir an dieser Stelle eine erneute Inhaltsangabe.
Was das Buch auszeichnet, ist die Tatsache, dass das Ende bereits am Anfang bekannt ist und nicht zum Schluß nochmals in einem blutigen showdown zelebriert wird. Der Weg dahin ist das Ziel. Beschrieben wird die Welt eines kleinen Jungen, die systematisch aus den Fugen gerät, als sich sein über alles geliebter Vater mit einem Mal gegen ihn wendet. Er befindet sich plötzlich in einer nicht endenden Spirale physischer und psychischer Gewalt, für die er keine Begründung findet. Die immer neuen Quälereien im engsten Familienkreis und in der Schule, die in jedem Kapitel in immmer neuer Brutalität und Perfidie wiederkehren, wirken manchmal monoton. Jedoch dürfte dies als Stilmittel gelten, denn nur so wird auch der Leser in den neunjährigen Entwicklungsprozeß eingebunden, aus dem es kein Entrinnen gibt. Die Leiden des Tobias werden physisch fassbar.
Das Buch hat jedoch eine Schwäche: die Handelnden sind eindimensional. Dirk Radtke wollte die Entwicklung eines Amoklaufes darstellen. Dies ist ihm auch gelungen. Jedoch ist bei alldem, was Tobias widerfährt, und in Anbetracht von unzähligen Berichten über Kindsmißhanlungen sind diese durchaus realistisch, auch der friedlichste Leser geneigt, einen Amoklauf als Bestrafung für gut zu heißen. Jeder einzelne, der erschossen wird, hat Schuld an seinem Tod.
Was mich stört, ist, daß vor allem die Familie, mit Ausnahme der Mutter, böse ist. Es gibt keinen Erklärungsversuch, was der Grund dafür gewesen sein könnte, dass der Vater plötzlich seinen Sohn unterdrückt. Ist es Überforderung durch das Selbständigsein, ist es das Erkennen, dass der Sohn mit seinen literarischen Fähigkeiten nicht in seine Fußstapfen treten wird, reizt ihn das Sich-nicht-wehren des kleinen Jungen erst recht dazu, die Gewaltschraube immer weiter anzuziehen, bis er am Ende die gesamte Kindheit und Jugend seines Sohnes zerstört hat? Tobias muss soviel erleiden, dass sein Massenmord fast schon logisch ist. Hätte er es überlebt, man hätte es ihm nicht einmal verübeln können. Ein 5-Sterne-Buch wäre es gewesen, wäre die Gewalt etwas subtiler gewesen und Tobias hätte irgendwo auch Räume gehabt, in denen er sich frei von Gewalt hätte entwickeln können. Dann wäre das Buch wirklich eine Antwort auf die Frage geworden, wie kann aus einem unauffälligen Jungen ein Mörder werden.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen unfassbar nachhaltig 4. Oktober 2012
Von wutzi
Format:Broschiert
ich will nicht zu viel aus dem buch vorweg nehmen...
es gibt ja auch ausreichend ausführliche rezesionen...

dieses buch ist:
* fesselnd...
* jenseits unsere vorstellungskraft
* rührend
* schockierend
* nachhaltig: regt zum nachdenken an
und beschäftigt den leser noch lange...

Das was ein richtig gutes buch ausmacht!!!
das beste buch, welches ich gelesen hatte,
obwohl ich zuvor skeptisch war...

es ist nicht immer das ende entscheidend...
in diesem buch, kennt der leser das ende...
in diesem buch ist der weg das ziel..
es lohnt sich dieses buch zu lesen!!!
auch wenn einem der inhalt nicht gefällt:(

LESEN!!!
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5.0 von 5 Sternen NERVENAUFREIBEND!!!
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