Nachdem ich die drei ersten Kay Scarpettas nahezu inhaliert hatte, begab ich mich voller Vorfreude an "Vergebliche Entwarnung", den vierten Fall... und wurde leider enttäuscht!
Eine spannende Handlung verspricht der Klappentext, jedoch sagt er nichts darüber aus, dass diese durch endlos lange Szenen durchkreuzt wird, die nur der absolute Computerexperte (Stichwort: UNIX AT&T) oder eben Scarpettas Nichte Lucy verstehen kann. Der nicht computerversierte Leser wird sich spätestens bei der Frage, ob der Hacker statt cat redirect/dev/TT07 nur cat redirect/TT07 ohne den dev-Verzeichnispfad eingegeben hat, für einige Seiten verabschieden.
Ansonsten lässt sich die Handlung am Treffendsten mit Lieutenant Marinos Worten (S. 182) beschreiben: "Eine Menge Puzzleteile - aber ich habe keine Ahnung, welches Bild sie ergeben." Nein, langweilig ist der Krimi bestimmt nicht, und für Abwechslung ist gesorgt - neben einigen Morden, die nicht nur die Polizei auf Trab halten, wird auch Kay Scarpetta angeklagt - und ihr guter Ruf ist sehr in Gefahr...
Alles in allem ein lesenswerter Krimi - wenn er auch nicht die überragende Qualität der Vorgänger besitzt.