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Vergangenheitspolitik: Die Anfänge der Bundesrepublik und die NS-Vergangenheit
 
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Vergangenheitspolitik: Die Anfänge der Bundesrepublik und die NS-Vergangenheit [Taschenbuch]

Norbert Frei
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Taschenbuch, 1. April 1999 --  


Produktinformation

  • Taschenbuch: 460 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. April 1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342330720X
  • ISBN-13: 978-3423307208
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 385.793 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Norbert Frei
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Bitte genau zu lesen: Nicht die "Bewältigung der Vergangenheit" wird hier untersucht -- ein ebenso belasteter wie diffuser Begriff -- sondern der offizielle Umgang mit der vor 50 Jahren gerade erst gewesenen Vergangenheit. Es geht um die Politik der allerersten Bonner Jahre. Was, so lautete die Frage, sollte mit den Millionen von Nazis geschehen, den großen und den kleinen, den mitgelaufenen, den Tätern, den Opportunisten? Welche Gesetze sollten gelten?

Die Versuche der Sieger, dem Nationalsozialismus per Justiz beizukommen, stießen auf wenig Verständnis; nicht einmal Nazi-Gegner billigten die Ergebnisse. Die öffentliche Meinung war für einen Schlußstrich, und das junge Parlament trug dem Rechnung: bis zum Januar 1951 waren bereits fast achthunderttausend Verfahren eingestellt.

Mit dem berühmt-berüchtigten § 131 wurde rund einer Million nazistisch belasteter Staatsdiener Entschädigung dafür zuerkannt, daß sie nach 1945 hinausgeworfen worden waren.

Selbst die Wiedereingliederung von Kriegsverbrechern sah man unproblematisch und nur unter dem Gesichtspunkt möglichst zügiger Rückkehr zu normalen Verhältnissen. Frei dokumentiert zum Beispiel den persönlichen Einsatz eines Mannes wie Carlo Schmid von der SPD für einen Massenmörder, der ihm aus Universitätstagen als Jurist bekannt war, und der während des Krieges in Estland ein paar Hundert Leute hatte erschießen lassen.

Eine von Freis interessanten Schlußthesen: Der schon las hysterisch zu bezeichnende Wille der Allgemeinheit zur Amnestie für alle und jeden könne verstanden werden "als eine unbewußte Anerkennung -- und entsprechend vehemente Abwehr -- der Kollektivschuldthese."

Freis differenzierte, auf die Quellen zurückgehende Untersuchung ist ein wichtiges, hochaktuelles Buch, das uns zeigt, welch weiten Weg Staat und Gesellschaft in dieser Frage seit 1949 zurückgelegt haben. --Michael Winteroll

Kurzbeschreibung

Die Frage, wie man mit der Vergangenheit umzugehen habe, hat durch die Debatten der jüngsten Zeit, sei es die DDR-Vergangenheit oder die Verstrickungen der Wehrmacht in die NS-Greueltaten, erneut an Brisanz gewonnen. Norbert Frei stellt die Politik mit der Vergangenheit für die entscheidenden Jahre der jungen Bonner Republik dar und zeigt, wie sich Regierung und Parlament zu dem schon 1949 in weiten Teilen geforderten »Schlußstrich« stellten. Er hat mit seinem Buch Maßstäbe gesetzt.

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Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Neben Peter Reichels "Politik mit der Erinnerung" zeigt das neue Werk des ausgewiesenen Kenners des Nationalsozialismus und Zeithistorikers Norbert Frei die Ursachen eines bundesdeutschen Dilemmas auf: der Umgang mit der NS-Vergangenheit. Frei reduziert allerdings seine Auseinandersetzung mit dem Thema auf die frühe Geschichte der Bundesrepublik, da die nachfolgenden Diskussionen der späteren Jahre - seiner Ansicht nach - ohne diese Grundlagen nicht denkbar gewesen wären. So versucht er nachzuweisen, daß die Politik der Bundesregierung unter Adenauer, aber auch die Bereitschaft des Bundestages in dieser Zeit, schon 1949(!) einen "Schlußstrich" unter die NS-Vergangenheit zu setzen, dazu beitrugen, die Vergangenheit für die Zukunft zu verbrämen. Er kommt zur Auffassung, daß die frühe bundesdeutsche Vergangenheitspolitik sich auf einen hohen Konsens in der Bevölkerung berufen konnte und daß sie deshalb mit pauschalierenden und schnellen Maßnahmen den Forderungen der Zeit gerecht werden wollte. Die Entnazifizierung sei als weitgehende Amnestie und Reintegration der ehemaligen Nazis verstanden worden, ja sogar als Teil des raschen (wirtschaftlichen)Wiederaufbaus. Frei stützt sich dabei auf eine breite Quellenbasis der Frühzeit der Bundesrepublik und belegt seine Thesen anhand dreierlei Bereiche: Der parlamentarischen Gesetzgebeung, dem Umgang mit den Kriegsverbrechern sowie der justitiellen Aufarbeitung. Dem Autor ist mit seinem Werk ein wichtiger Beitrag zur Geschichte der Vergangenheitsbewältigung der Westdeutschen gelungen. Trotz seiner "Dichte" und der Vielzahl an Fakten bleibt das Buch gut lesbar und ist ein preiswertes "Muß" für alle, die sich (nicht nur) mit der Innenpolitik der Adenauer-Zeit beschäftigen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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